Erzwungene Ausreise: Wofür Europa Trump beschuldigt, geschieht in Deutschland !

Kategorie: Aktuell
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Geschrieben von schutz-brett.org Zugriffe: 940

Am Freitag, den 10. Februar strahlte "Euronews" u.a. eine kritische Reportage bezüglich des Dekrets des US-Präsidenten Trump über das Einreiseverbot aus einigen muslimischen Ländern aus und kritisierte dabei auch sein Vorgehen gegen die illegale Immigration. Aufgrund dieser Regelung soll eine mexikanische Familie, die sich illegal in den USA aufgehalten hatte, auseinander gerissen worden sein. Einige Familienmitglieder dürfen bleiben, der Rest muss das Land verlassen. "Euronews" bezeichnete diese Entscheidung als unerhört und barbarisch.

Doch einen ganz ähnlichen Fall haben wir heute in Deutschland - eine legal nach Deutschland gekommene deutschstämmige Familie aus der Ost-Ukraine wird auch auseinander gerissen: Der Sohn, der bereits gute Wurzeln in Deutschland geschlagen hat (Schule, Ausbildung und Freunde), soll ausgewiesen werden. Ob dieser Fall von der deutschen bzw. europäischen Presse genauso Beachtung findet?

Wjatscheslaw Schwab-Bogatschew lebt mit seiner Frau (Foto) und zwei Kindern in der kleinen bayerischen Stadt Weiden. 2014 kamen die Familie ganz legal nach Deutschland - aufgrund der Regelung des BdV (Bund der Vertriebenen) für deutschstämmige Familien aus den Kriegsgebieten in der Ukraine.

Im Durchgangslager Friedland haben die Behörden einen Fehler gemacht und die Familie nicht als deutsche Aussiedler, sondern als ukrainische Flüchtlinge eingestuft. Nach langem Hin und Her und der Einmischung eines Bundestagsabgeordneten konnte man die zuständigen Sachbearbeiter doch noch von dem bedauerlichen Mißverständnis überzeugen. Daraufhin wurde das Verfahren zur Aufnahme dieser Familie als Aussiedler eingeleitet und wird zur Zeit noch bearbeitet.

Die ganze Zeit, seit August 2014, muss die Familie Schwab-Bogatschew in einem Wohnheim für afrikanische Flüchtlinge ausharren. Nun aber, ohne die Entscheidung über die Aussiedler-Anerkennung abzuwarten, versucht man den Sohn, der einen Ausbildungsplatz bekommen hat und inzwischen volljährig geworden ist, aus Deutschland auszuweisen. Bis Ende Februar soll er Weiden und somit seine Familie, Freunde und seinen Ausbildungsplatz verlassen. In der gleichen Zeit bekommen die syrischen Flüchtlinge ungehindert die Möglichkeit der Familienzusammenführung. Was ist aber mit der Familie Schwab-Bogatschew? Wird sie im Land ihrer Urväter bleiben können? Wo bleibt denn die BRD-Presse und der Aufschrei der Anständigen? Wird dieser Fall auch an die Öffentlichkeit gelangen und da ein genauso großes Echo hervorrufen wie der Fall der mexikanischen Familie in den USA?

Andrej Triller

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