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Die Russlanddeutschen im Ghetto

 

Aber die Russlanddeutschen sollen und müssen wissen, was sie in Deutschland erwartet und was sie tun können und tun sollen, um Gefahren möglichst zu vermeiden. Und die "Bundesdeutschen", besonders die "Sinngeber" (Lehrer, Journalisten, Pfarrer) sollen endlich das Schicksal ihrer russlanddeutschen Landsleute zur Kenntnis nehmen und die Hilfe für die Russlanddeutschen nicht als "Deutschtümelei" abtun. Hier sind besonders die Kirchen gefordert. Aber die gleichen Gemeinden, die sich für alle Arten von Ausländern stark machen und ihnen sogar "Kirchenasyl" gewähren, die gleichen Pfarrer, die am liebsten von unseren lieben islamischen Mitchristen sprechen würden, die oft genug vom Islam als einer "abrathamitischen Schwesterreligion" sprechen, die haben sehr wenig Interesse an den Russlanddeutschen, die meist aus einer christlichen Tradition kommen.

Die historische Entwicklung

Seit dem Ende des Krieges, verstärkt seit dem Besuch Bundeskanzler Adenauers in Moskau und dann besonders seit dem Ende der UdSSR drängen die Russlanddeutschen zurück in die alte Heimat ihrer Vorfahren. Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte man die ihnen einst von den Zaren feierlich gegebenen Versprechungen eine nach der anderen zurückgenommen (z.B. die Befreiung vom Wehrdienst "auf ewige Zeiten" - sehr wichtig für die Mennoniten!). Im Ersten Weltkrieg wurden sie verfolgt und entrechtet: Es gab "Deutschenpogrome", zum Teil wurden sie schon damals auch deportiert (die Wolhyniendeutschen!). In der Sowjetunion wurden sie oft als "Kulaken", aber auch als gläubige Christen verfolgt. Die Verfolgung der Russlanddeutschen erreichte ihren Höhepunkt nach Beginn des deutsch-sowjetischen Krieges 1941 durch die pauschale Verurteilung als "Verräter" und die damit verbundene Deportation aus der angestammten Heimat nach Sibirien und in den asiatischen Raum, vor allem nach Kasachstan. Die arbeitsfähigen Männer wurden in die "Arbeitsarmee", praktisch in die Konzentrationslager, gebracht, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen (12 bis 16 Stunden pro Tag!) bei schlechtester Ernährung arbeiten mussten. Jahrelang, auch noch nach dem Krieg, waren die Russlanddeutschen entrechtet, durften in der Öffentlichkeit nicht Deutsch sprechen, ihre Kinder konnten jahrelang keine Schule besuchen, später nur fünf oder sechs Jahre, das Studium war ihnen auch später noch jahrelang verboten und selbst noch in der Breschnew-Zeit durften Russlanddeutsche (wie auch Juden!) nicht im Ausland, auch nicht im befreundeten Ausland studieren.

Zwar wurde die Verurteilung der Volksgruppe später aufgehoben und es wird heute zugegeben, dass der Vorwurf des "Verrats" keinerlei reale Grundlage hatte. Es war wohl so, dass man die Russlanddeutschen (wie andere Volksgruppen auch) als Sündenbock für die schweren Niederlagen der angeblich unbesiegbaren Roten Armee brauchte. Aber dieses Bekenntnis macht die Toten nicht wieder lebendig (man nimmt an, dass etwa ein Drittel der Russlanddeutschen an dieser Verfolgung zu Grunde gingen). Auch der enteignete Besitz wurde den Russlanddeutschen nicht zurückgegeben. Sie durften auch - im Gegensatz zu anderen deportierten Völkern, z.B. den Tschetschenen - nicht in die ursprüngliche Heimat zurückkehren. Auch das später von Präsident Jelzin gegebene Versprechen, sie in die angestammten Siedlungsgebiete zurückkehren zu lassen und die Wolgarepublik wiederherzustellen, wurde nicht eingehalten. Dazu kam die wirtschaftliche Krise in Russlands, die schlechten Berufsmöglichkeiten und die unsicheren politischen Verhältnisse nach dem Zerfall der Sowjetunion. All das veranlasste immer mehr Russlanddeutsche (und natürlich auch solche, die nun plötzlich ihre russlanddeutschen Vorfahren entdeckten) nach Deutschland auszureisen.

Die heutige Situation

Waren die ersten russlanddeutschen Aussiedler in den fünfziger und sechziger Jahren in ein Land gekommen, das im Zeichen des "Wirtschaftswunders" dringend Arbeitskräfte jeder Art brauchte, so kommen sie heute in ein Land mit hoher Arbeitslosigkeit, in das aber auf Grund seiner hohen Sozialleistungen trotzdem Menschen aus aller Herren Länder, nicht zuletzt aus dem ehemaligen Ostblock, drängen. Deswegen werden die Russlanddeutschen heute nicht mehr mit offenen Armen aufgenommen - dabei ist die Arbeitslosigkeit in Russland, besonders im "Oblast Kaliningrad" höher als in Deutschland, die Situation der Arbeitslosen ist schlimmer.

Dazu kommt, dass manche Kreise in der Bundesrepublik zwar Deutschland zum Einwanderungsland erklären, Asylanten aus aller Welt aufnehmen und von einer "multikulturellen Gesellschaft" schwärmen, merkwürdigerweise aber gerade bei den Russlanddeutschen finden, sie würden uns die Arbeitsplätze wegnehmen (Dieter Spöri, SPD) und ihre Aufnahme sei überhaupt "Deutschtümelei" (so Oskar Lafontaine, SPD). Sowohl von Rheinland -Pfalz als auch von Niedersachsen wurden Gesetzesentwürfe vorgelegt, die die Rückkehr der Russlanddeutschen nach Deutschland praktisch unmöglich machen sollten. Die gleichen Kreise, die verhindern, dass etwa persische Rauschgiftdealer ausgewiesen werden, weil ihnen in ihrer Heimat die Todesstrafe droht, die gleichen Gesetzgeber, die zu verantworten haben, dass der berüchtigte "Mehmet" nun wieder nach Deutschland darf, wollen also die Zuwanderung unbescholtener Russlanddeutscher verhindern oder mindestens erschweren. Während früher die Rückwanderung von sowjetischer Seite erschwert wurde, wird sei heute von Seiten der Bundesregierung (schon der alten CDU-FDP-Regierung!) erschwert , z.B. durch die Sprachprüfung, für die z.B. die Russlanddeutschen aus Ostpreußen mehrere tausend Kilometer weit nach Moskau fahren müssen, oder durch eine Überprüfung der deutschen Abstammung, die sehr an die "Volksliste" unseligen Angedenkens erinnert. Auf diese Weise hat man die Zuwanderung erschwert (man sagt dazu heute "verstetigt"), während z.B. russische Juden all diese Probleme und Schwierigkeiten nicht haben, wenn sie nach Deutschland kommen wollen.

Auf der anderen Seite darf man nicht übersehen, dass sich heute unter den Russlanddeutschen, besonders unter den Jüngeren, manche befinden, die nur den Eltern zuliebe auswandern, die kein Wort Deutsch sprechen und auch wenig Willen zeigen, Deutsch zu lernen. Oft sind es auch Kinder aus deutsch-russischen "Mischehen", die sich bisher als Russen gefühlt hatten. Weiter kommt dazu, dass man oft ein zu ideales Bild von Deutschland hatte. Wenn man davon hört, dass ein Arbeitsloser mit Familie unter Umständen fast 1000 Euro bekommt, so erscheint das gegenüber russischen Verhältnissen paradiesisch. Man verkennt, dass dem auch ganz andere Preise z.B. für Mieten gegenüberstehen. Dazu kommt auch, dass vielen Russlanddeutschen nicht klar ist, dass Armut leichter zu ertragen ist, wenn sie weitgehend allgemein ist, wie das in Russland vor allem auf dem Land oft der Fall ist, nicht aber, wenn man, wie in Deutschland, bei den meisten anderen einen viel größeren Wohlstand sieht.

Die Tragik der Russlanddeutschen ist, dass sie sich oft in Russland wie in Deutschland ausgegrenzt fühlen. Für viele sind sie in Russland eben "die Deutschen" und das heißt mindestens "keine Russen", aber öfters immer noch "die Faschisten". In Deutschland sind sie aber "die Russen", denn wer kennt schon hier ihre tragische Geschichte, wer weiß denn von ihrer Verfolgung? Medien, Schulen und nicht zuletzt die Kirchen weisen immer wieder auf die Leiden in der "Dritten Welt" hin, auf die Leiden der Juden, die im NS-Regime verfolgt wurden, nur weil sie Juden waren. Aber wer weiß etwas von den Leiden der Deutschen im Ausland, die oft auch nur verfolgt wurden, weil sie Deutsche waren? Weil dies alles nicht bekannt ist, werden sie oft abgelehnt und ausgegrenzt. Und dumme junge Leute, die sich für Patrioten halten, werfen sogar Brandsätze gegen die Unterkünfte der Russlanddeutschen (wobei in so einem Fall kein Bundeskanzler zu einem "Aufstand der Anständigen" aufruft!).

Dazu kommt, dass die Deutschkenntnisse der Zuwanderer wirklich immer schlechter werden. Die ältere Generation hatte noch deutsche Schulen besucht. Die etwas jüngeren Russlanddeutschen hatten vor dem Krieg wenigstens noch in Gebieten gelebt, in denen Deutsch die Umgangssprache war. Aber 1941 wurde das alles anders. Deutsch war in der Öffentlichkeit verboten. Oft hatten die Russlanddeutschen auch später dann keine Möglichkeit Deutsch zu lernen. Kindergarten und Schule, Fernsehen und der Rundfunk waren russisch. Später wurden zwar an manchen Orten Deutschkurse für Aussiedler eingerichtet, aber nun werden die Deutschkurse auf Grund der schlechten finanziellen Lage sowohl im Herkunftsland, als auch in Deutschland von Seiten der Bundesregierung wieder immer mehr eingeschränkt. So wird auch den Lernwilligen - und das ist die Mehrzahl - die Eingliederung in die deutsche Gesellschaft erschwert.

Heute werden die Aussiedler meist zunächst in Lagern, dann in Bereichen (z.B. leerstehenden Kasernen) untergebracht, wo sie "unter sich" sind, so z.B. in Rastatt. Wenn aber so Hunderte oder gar Tausende von Russlanddeutschen eng zusammen wohnen, sprechen sie natürlich nur Russisch, haben wenig Berührung mit den anderen Deutschen (die sich ihrerseits meist auch nicht sehr um die Russlanddeutschen kümmern), sie sind also im Ghetto. Sie sind weitgehend sich selbst überlassen. Die Arbeitslosigkeit unter ihnen ist, gerade wegen der Sprachprobleme, deshalb oft sehr hoch.

Das führt dazu, dass manche junge Russlanddeutsche nicht nur isoliert sind, sich nur in "Russendiscos" mit ihresgleichen treffen, sondern auch kriminell werden. Sie bilden Banden, ähnlich wie das bei Ausländern, z.B. Türken oder Kosovo-Albanern der Fall ist, nur dass hier das "Verständnis" der "öffentlichen Meinung" für diese "Minderheiten" und ihre Probleme sehr viel größer ist.

Natürlich wird nur eine Minderheit der jungen Russlanddeutschen kriminell, aber in der Presse liest man oft "ein 18jähriger Aussiedler hat... .........". Es sind oft dieselben Blätter, die die Nationalität anderer Krimineller verschweigen, denn man will doch "keine Ressentiments" erzeugen und nicht als "ausländerfeindlich" gelten. Aber wenn man sie darauf hinweist, dass die Bemerkung über die Herkunft der russlanddeutschen Straftäter dazu im Widerspruch stehe, dann hört man, dass die Russlanddeutschen ja "angeblich" keine Ausländer seien, man dürfe also ruhig.....! Sie werden zum Prügelknaben für die multikulturellen Probleme unserer Gesellschaft, obwohl sie in der Mehrzahl viel leichter zu integrieren wären als z.B. Türken oder Sinti und Roma.

Es ist ein Teufelskreis: Enttäuschung, Arbeitslosigkeit und Isolierung führen zu verstärkter Kriminalität, das führt dann wieder zu verstärkter Ablehnung und Isolierung durch die Öffentlichkeit. Wer von unseren Herren der öffentlichen Meinung bemüht sich denn , die tragische Geschichte der Russlanddeutschen bekannt zu machen? Wer kennt denn überhaupt die Probleme der deutschen Minderheiten, die bis heute die eigentlichen Verlierer des Zweiten Weltkriegs sind? Wer macht etwa das Lob des großen Russen Alexander Solschenizyn für die Russlanddeutschen bei uns bekannt? (Siehe den Nachtrag!) Und man gibt zwar große Summen aus, um auf die Probleme der Ausländer unter uns hinzuweisen und um Verständnis für sie zu werben, so gut wie nichts aber für unsere russlanddeutschen Landsleute.

Der Durchschnittsdeutsche weiß eher etwas über die Probleme der Kurden, er weiß bestimmt von der Verfolgung der Juden und er verurteilt die Benachteiligung der Menschen anderer Nationalitäten oder Rassen, er weiß aber in der Regel nichts davon, dass Menschen in vielen Teilen der Welt leben, die verfolgt wurden nur, weil sie Deutsche waren. Er weiß nichts davon, wie schwer es für die Russlanddeutschen lange Zeit war, die deutsche Sprache zu lernen, ja dass man sie ihnen manchmal im wörtlichen Sinn ausgeprügelt hat. Und manch ein Russlanddeutscher will bei so viel Unverständnis in einer (falschen) Trotzreaktion diese Sprache auch nicht lernen. Er kann ja andererseits erleben, dass er bei vielen Deutschen als Russe durchaus Eindruck macht - wenn er aber "nur Deutscher" sein will, wird er uninteressant. Wenn er "Kalinka" oder "Katjuscha" singt und dazu "Kasatschok" tanzt - das ist prima, aber nicht wenn er "Sah ein Knab ein Röslein stehn" oder "Ännchen von Tharau" anstimmt.

Was ist zu tun, was kann man tun?

Wer als Russlanddeutscher nach Deutschland will, soll kommen. Aber er muss wissen, dass er es hier schwer haben wird. Viele Russlanddeutsche werden erwidern: "Aber nicht so schwer wie hier, in Russland, in der Ukraine, in Kasachstan!" Ich sage darauf: "Aber immer noch schwer genug!" Auf jeden Fall muss er sich bemühen, in der deutschen Gesellschaft Fuß zu fassen und das heißt vor allem die deutsche Sprache lernen. Er wird sich im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben nur behaupten können, wenn er die deutsche Sprache gut beherrscht. Er darf sich nicht isolieren und sich in ein russlanddeutsches Ghetto zurückziehen. Er muss in dieser Gesellschaft der Interessenverbände auch lernen, sich zu wehren und sich zu behaupten. Es sind schätzungsweise schon zwei Millionen Russlanddeutsche in der Bundesrepublik, das ist ein großes Wählerpotential. Sie müssen lernen, sich besser zu organisieren und ihre Interessen geschlossen zu vertreten. Sie sollen ihre leidvolle Geschichte erzählen und auch so Einfluss nehmen. Daneben dürfen sie ruhig ihre Traditionen pflegen, Pelmeni oder Kascha essen und Sitten und Gebräuche aus der Wolgarepublik oder der Ukraine weitergeben, genau wie die anderen Vertriebenenverbände auch ihre Traditionen pflegen. Auf der anderen Seite müssen die einheimischen Deutschen sich um mehr Verständnis für die Russlanddeutschen bemühen, Kirchen und Schulen sollten dabei mit einem guten Beispiel vorangehen! Es gibt nicht wenig Organisationen, die sich um die Asylanten, um Integration von Ausländern, um Hilfe für Ausländerkinder in den Schulen bemühen, warum nicht im gleichen Maße um Hilfe für Aussiedlerkinder? Nur weil sie keine Russen sondern Russlanddeutsche sind? Gerade für konservativ-nationale Kreise wäre doch hier ein lohnendes Tätigkeitsgebiet - statt im "rechten" Schmollwinkel zu sitzen, könnte man so Landsleuten helfen. Auch die Kirchen sind hier gefordert. Die meisten Russlandsdeutschen betrachten sich als Christen - aber mittlerweile hat man den Eindruck, dass die Kirchen mehr am "Dialog mit dem Islam" interessiert sind, als an den russlanddeutschen Mitchristen. Keinem Menschen nimmt man übel, wenn er sich in erster Linie um die eigene Familie kümmert, warum sollte es schlecht sein, wenn man sich um die Familie im weitesten Sinne, um das eigene Volk bemüht? Bei den Juden ist das ganz selbstverständlich, sie haben die russischen Juden trotz aller Probleme, die es auch dort gibt, in Israel aufgenommen - können wir das nicht von ihnen lernen?

Nachtrag: Alexander Solschenizyn über die Russlanddeutschen

(Aus "Der Archipel Gulag." Band 3, Bern, 1974 .S. 402f Kapitel "Die Völkerverschickung" "Kreuz und quer durcheinandergesiedelt und voreinander entblößt, offenbarten die Nationen ihre Merkmale, Lebensweisen, Geschmäcker und Neigungen. Ausnehmend tüchtig und arbeitsam waren unter ihnen die Deutschen. Von ihnen allen haben sie hinter dem vergangenen Leben das dickste Kreuz gemacht (was war das denn auch für Heimat an der Wolga oder am Manytsch?)

Wie einst auf dem von Kaiserin Katharina geschenkten fruchtbringenden Land, so setzten sie sich jetzt auf dem von Stalin zugewiesenen kargen Boden fest, widmeten sich ihm, als wär' s nunmehr für alle Zeit ihr eigen. Nicht bis zur ersten Amnestie richteten sie sich darauf ein, nicht bis zur ersten Zarengnade, sondern - für immer 1941 blank und nackend ausgesiedelt, jedoch umsichtig und unermüdlich, ließen die Deutschen den Mut nicht sinken und schickten sich an, ebenso ordentlich und vernünftig zu werken. Wo liegt auf Erden jene Wüste, die die Deutschen nicht in blühendes Land zu verwandeln verstünden? Nicht umsonst hieß es im früheren Russland: Der Deutsche ist wie'n Weidenbaum. Wo du ihn hinstreckst, schlägt er Wurzeln. Ob im Schacht, auf der Traktorenstation oder auf dem Staatsgut, die Natschalniks waren des Lobes voll über die Deutschen, bessere Arbeiter fanden sie nicht. Schon zu Beginn der fünfziger Jahre hatten die Deutschen - unter den übrigen Verbannten, ja, oft auch unter den Einheimischen - die besten, geräumigsten und saubersten Häuser, die größten Schweine, die milchreichsten Kühe. Ein deutsches Mädchen war eine begehrte Braut, nicht allein der Wohlhabenheit ihrer Eltern wegen, sondern weil sauber und anständig inmitten der durch und durch verlotterten Lagerumwelt."

Zusatz: Aus dieser Welt in Kasachstan und Kirgistan werden nun die Russlanddeutschen wie auch die Russen durch die nun unabhängigen Moslemvölker vertrieben, gerade weil sie es zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht haben, der den Neid der Kasachen, Kirgisen usw. erregt.

Über den Verfasser:

Ich habe mich schon von Jugend an für die deutschen Volksgruppen im Ausland interessiert und wurde deswegen Mitglied im "VDA" und "Kulturwerk für Sudtirol". Ich habe einige dieser Volksgruppen auf Urlaubsreisen besucht. Seit meiner Pensionierung bin ich jedes Jahr anderthalb bis zwei Monate im nördlichen Ostpreußen ("Oblast Kaliningrad") und gebe dort den zuwandernden Russlanddeutschen und Russen Deutschunterricht im Rahmen des "Schulvereins für die Russlanddeutschen in Ostpreußen". Auch die nach Deutschland weiter wandernden russlanddeutschen Aussiedler versuche ich, soweit es mir möglich ist, zu unterstützen.

Götz Eberbach

2004