Polen als Aggressor 1918–1938

Veröffentlicht: Sonntag, 19. November 2017 Drucken E-Mail

Die Polen sehen sich gern als ein Opferstaat des 20. Jahrhunderts und werden vielfach vom Ausland auch als solcher betrachtet. Das ist jedoch falsch. Richtig ist, daß Polen vor allem Tätervolk war und von 1918 bis 1938 alle seine Nachbarn ohne Ausnahme in Angriffskriegen überfallen und ihnen mehrheitlich nichtpolnische Gebiete geraubt hat. In diesen hat es dann sofort scharfe Polonisierungsmaßnahmen durchgeführt, die andersvölkischen Minderheiten unterdrückt oder zur Flucht veranlaßt. Zwischen 1933 und 1936 hat es sich mehrmals um einen gemeinsamen Angriffskrieg gegen Deutschland bei den Westmächten bemüht. Durch die Verfolgung der Volksdeutschen und seine starre ablehnende Haltung gegenüber berechtigten deutschen Ansprüchen hat es wesentlich zum Zweiten Weltkrieg beigetragen. Seit der dritten polnischen Teilung im Jahre 1795, die durch den Einmarsch der Russen veranlaßt wurde, hatte es für 121 Jahre keinen selbständigen polnischen Staat mehr gegeben. Nach der Vertreibung der Russen aus deren polnischem Teil proklamierten im Ersten Weltkrieg Deutsche und Österreicher am 5.11.1916 ein neues Königreich Polen und setzten bald einen Regentschaftsrat ein, der sich nach der von ihm begrüßten Machtübernahme Jozef PILSUDSKIS am 11.11.1918 drei Tage später auflöste. Unter diesem als Staatschef ging Polen in den beiden nächsten Jahrzehnten gegen seine Nachbarn sehr aggressiv vor und brach mehrfach den Frieden, was die anderen Großmächte ohne große Proteste hinnahmen oder sogar förderten. Historische Tatsachen sind:

1.Mit dem polnischen Posener Aufstand vom 26.12.1918 begann die gewaltsame Besetzung des bis dahin deutschen Posener Landes durch polnische Streitkräfte und die Vertreibung der deutschen Verwaltung und der Amtsenthebung der Beamten aus der in ihrem Westteil mehrheitlich deutsch besiedelten Provinz Posen. Eine deutsche Rückeroberung Posens wurde von den Alliierten untersagt: Am 17.2.1919 wurde ein Waffenstillstand für die Posener Front geschlossen. Die gewaltsame polnische Inbesitznahme erfolgte also schon, bevor die Friedensverhandlungen in Versailles begannen, die das Posener Land ohne Volksabstimmung Polen zusprachen.

 

2. Der gleichzeitig ebenfalls mit Waffengewalt unternommene polnische Versuch, auch das mehrheitlich deutschbewohnte Westpreußen zu erobern, scheiterte am Widerstand deutscher Freiwilliger des Grenzschutzes. Obwohl in den für Volksabstimmungen vorgesehenen wenigen Kreisen West- und Ostpreußens am 11.7.1920 jeweils mehr als 90 Prozent der Bevölkerung für Deutschland stimmten, was auch im übrigen Westpreußen erfolgt wäre, würde das zu mehr als 95 Prozent deutsche Danzig eine >Freie Stadt< und mußte das restliche Westpreußen ohne die Abstimmungsgebiete an Polen abgetreten werden.

3. 1919 fiel die polnische Haller-Armee unter General Josef Haller de Hallenberg (1873-1960) in das bis dahin zu Österreich gehörende Ostgalizien ein, wo sich gerade die Westukrainische Volksrepublik bilden wollte, eroberte Lemberg und vertrieb bis zum 17. Juli 1919 die letzten ukrainischen Truppen aus Ostgalizien. Gegen den Protest der mehrheitlich ukrainischen Bevölkerung sprach am 21.11.1919 die alliierte Botschafterkonferenz Polen ein 25jähriges Mandat über Ostgalizien zu, am 15.3.1923 die volle Hoheit über das Land.

4. Als polnische Ostgrenze hatte der Oberste Rat der Alliierten am 8.12.1919 die Curzon-Linie vorgeschlagen, die ungefähr der polnischen Siedlungsgrenze entsprach. Am 26. April 1920 fiel Pilsudski mit polnischen Truppen über diese Grenze hinweg in die von den Sowjets besetzte Ukraine ein, vertrieb zusammen mit dem nationalukrainischen General Petljura die in den Revolutionswirren noch schwachen Bolschewisten, kam am 8.5.1920 bis Kiew, mußte dann vor der sowjetischen Armee bis Warschau zurückweichen, wo er, von Franzosen beraten, im >Wunder an der Weichsel< am 16.8.1920 die Rote Armee besiegen konnte. Im Frieden von Riga wurde am 18.3.1921 die polnische Ostgrenze rund 250 Kilometer östlich der CURZON-Linie festgelegt, wodurch große mehrheitlich ukrainisch oder weißrussisch besiedelte Gebiete an Polen kamen, das sogenannte Ostpolen, das 1945 wieder an die Sowjetunion fiel.

5. Das vorher russische Litauen war 1915 von deutschen Truppen befreit worden. Am 16.2.1918 wurde in der Hauptstadt Vilnius (Wilna) das selbständige Litauen ausgerufen, dem der deutsche Reichstag im März 1918 zustimmte. Nach dem Abzug der deutschen Truppen im Januar 1919 einigten sich Moskau und Warschau, die zunächst beide Ostlitauen mit Vilnius abwechselnd besetzt und beansprucht hatten, darauf, daß dieser Landesteil bei Litauen bleibe. Am 9.10.1919 überfiel in einem militärischen Handstreich der polnische General Lucjan ZELIGOWSKI erneut Ostlitauen und eroberte Vilnius. Die gewaltsame polnische Eroberung wurde von der alliierten Botschafterkonferenz am 15.3.1923 als polnischer Besitz bestätigt, was Litauen bis 1938 nicht anerkannte.

6. Vor und nach der eine große Mehrheit für Deutschland ergebenden Volksabstimmung in Oberschlesien am 20.3.1921 versuchten polnische Streitkräfte (Insurgenten) unter Adalbert Korfanty von 1919 bis 1921 in mehreren Einfällen und Aufständen unter Mithilfe polnischer Truppen, unter anderem der HALLER-Armee, Oberschlesien zu erobern und so vollendete Tatsachen zu schaffen. Deutsche Freikorpskämpfer verhinderten das. (u. a. deutsche Erstürmung des Annabergs am 21.5.1921) General Joseph HALLER (links im Bild) läßt sich im polnisch-sowjetischen Krieg 1920 die bolschewistischen Stellungen zeigen.

7. Nach dem von den europäischen Großmächten abgeschlossenen Münchener Abkommen vom 29.9.1938 zur Vereinigung des geschlossenen deutsch besiedelten Sudetenlandes mit dem Deutschen Reich fielen die nicht beteiligten Polen am 2.10.1938 nach einem kurzfristigen Ultimatum in das 1920 der Tschechoslowakei zugesprochene Olsa-Gebiet, den westlichen Teil des Teschener Landes, ein und besetzten es gegen den Protest Prags. Die Westmächte waren darüber ungehalten, unternahmen aber sonst nichts. Um den sofort einsetzenden Unterdrückungsmaßnahmen zu entgehen, flohen mehr als 5000 Deutsche in den folgenden Wochen aus diesem Gebiet über die Grenzen in das Reich.

8. Am 20. und 21.10.1938 besetzten polnische Truppen sechs slowakische Grenzkreise in den Karpaten, so daß eine direkte polnisch-ungarische Grenze entstand und der bestehende >Kleine Korridor< an der Zips beseitigt wurde.

9. Im Frühjahr 1933 und noch einmal im Winter 1933/34 versucht PILSUDSKI von Warschau aus, Frankreich für einen Angriffskrieg gegen Deutschland zu gewinnen, um weiteres deutsches Land bis zur Oder, insbesondere die damals Freie Stadt Danzig, und Ostpreußen für Polen zu gewinnen. Da sich Frankreich nicht stark genug fühlte und Großbritannien abriet, kam es nicht zu diesem Angriffskrieg gegen das Reich. Zur Vorbereitung dazu ließ PILSUDSKI am 6. März 1933 polnische Truppen auf der zur Freien Stadt Danzig gehörenden Westerplatte landen – eine Völkerrechtsverletzung (siehe Beitrag: Völkerrechtswidrige polnische Truppen auf Westerplatte) – und einige Tage später polnische Einheiten im Korridor zusammenziehen.

10. Nach PILSUDSKIS Tod (12.5.1935) bemühte sich am 7. März 1936, am Tage des deutschen Einmarsches in das bis dahin seit 1919 entmilitarisierte deutsche Rheinland, der neue polnische Staatschef BECK erneut um Frankreichs Mithilfe bei einem Angriffskrieg gegen das Reich: Er versicherte, Polen werde Deutschland im Osten angreifen, wenn Frankreich in Westdeutschland einmarschiere. Als Paris zögerte, reiste BECK übereilt nach London, wo er ebenso sowohl von der Regierung als auch von König EDUARD VIII. eine Absage zu seinen Kriegsplänen erhielt. Warschau wollte also schon 1936 den großen europäischen Krieg gegen Deutschland, um von diesem weitere Gebiete zu erwerben.

11. Im August 1939 nahm Polen eine Reihe von militärischen Grenzverletzungen und Beschießungen deutscher Objekte vor. Allein in den sieben Tagen vom 25. bis 31.8.1939 wurden vom deutschen Auswärtigen Amt 43 meist mit Schüssen sowie mit mehreren deutschen Todesopfern verbundene polnische Grenzüberschreitungen dokumentiert. Am 23.8.1939 wurde ein deutsches Verkehrsflugzeug auf dem Flug nach Danzig außerhalb polnischen Hoheitsgebietes in der Nähe der Danziger Grenze von polnischer Flak beschossen. Am 25.8.1939 wurde ein anderes Verkehrsflugzeug von polnischen Kriegsschiffen aus auf offener See bei Danzig beschossen. Schon am 7.8.1939 hatte der Ilustrowany Kurjer in Krakau, eine weitverbreitete polnische Zeitung, geschrieben, daß polnische Einheiten laufend Vorstöße über die Grenze hinweg in deutsches Gebiet unternähmen, um dort militärische Anlagen zu zerstören und Waffen und Geräte der Wehrmacht nach Polen mitzunehmen.

12. Nach der Teilmobilisierung der polnischen Streitkräfte vom 23.3.1939 erfolgte von Warschau die Generalmobilisierung in der Nacht zum 24.8.1939, zunächst persönlich zugestellt, am 29.8. öffentlich bekannt gegeben, wobei die polnischen Militärpläne vorsahen, daß eine Generalmobilmachung nur für den Fall befohlen würde, daß Polen sich für den Krieg entschieden habe. Polen hatte sich also zum Krieg entschieden, als in Berlin und anderenorts noch um eine friedliche Lösung und die Beibehaltung des Friedens für Europa gerungen wurde.

Am 5.11.1916 wurde nach Vertreibung der zaristischen Armeen in einer Erklärung des deutschen und des österreichisch-ungarischen Kaisers ein unabhängiges Polen proklamiert.

1919/21: Durch das Versailler Diktat erhielt Polen mit Westpreußen und Posen meist mehrheitlich deutschbesiedeltes Land; 1920 auch Teschen; 1921 durch das Diktat von St. Germain (10.9.1919) von Österreich-Ungarn auch Westgalizien; 1923 auch Ostgalizien.

1921: Nach dem Krieg gegen Rußland 1920/21 behielt Polen im Frieden von Riga Teile Weißrußlands und der Ukraine sowie das östliche Litauen. Die punktiert eingezeichnete "Curzon- Linie" gibt die östliche Volksgrenze Polens und den Vorschlag der Westalliierten von 1919/20 für die Ostgrenze Polens ab.

1945: Auf der Potsdamer Konferenz wurde Deutschland östlich von Oder und Neiße unter sowjetische Verwaltung gestellt. Das 1921 von Polen eroberte russische Gebiet fiel an die Sowjetunion zurück. Ostdeutschland maßstabsgerecht in die Karte der Bundesrepublik (vor 1990) eingefügt: Die deutschen Ostgebiete machen rund ein Viertel des deutschen Volksgebietes aus, das Sudetenland und Österreich dabei nicht berücksichtigt.

Rolf Kosiek