Die Lügen bei den Asylzahlen

Veröffentlicht: Freitag, 12. Januar 2018 Drucken E-Mail

Seit Wochen hört man von den Qualitätsmedien, dass es 2017 weniger Asylanträge oder Familiennachzüge gegeben habe, als angenommen. Alles rückläufig, alles nicht so schlimm - so der Tenor der Beruhigungspillen-Verabreicher. Doch wie immer und überall, wird auch hier gelogen und manipuliert. So behauptete Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) im Dezember gegenüber der "Bild am Sonntag": "Ich rechne für das ganze Jahr mit einer Zahl von unter 200.000 Migranten. Ende November waren wir bei knapp 173.000." Diese Zahl nennt aber nur die Zahl der unerlaubt eingereisten Personen, die einen Asylantrag stellen. Vier weitere Einwanderer-Gruppen hat der Minister unterschlagen. So fehlen die "nachziehenden Angehörigen", die in keiner Asylstatistik auftauchen obwohl es 2017 zwischen 70.000 und 120.000 Personen waren. Allein 55.000 Visa zur Familienzusammenführung wurden in den Herkunftsländern Syrien, Irak, Afghanistan, Iran, Eritrea und Jemen ausgestellt. Diese Gruppe wird einfach nicht erfasst. Ebensowenig diejenigen Einwanderer, die über "Resettlement-Programme" der UN und der EU nach Deutschland kommen. Im Rahmen dieser Programmewurden in letzten Jahren allein schon 10.000 jesidische Frauen aufgenommen, die keinen Asylantrag stellen müssen, jedoch Leistungen aus den Asylgesetzen beziehen. Auch die sogenannten "unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge" werden nicht erfasst, da sie keinen Asylantrag stellen müssen. Schließlich kommen noch die illegal eingereisten Personen dazu, deren Zahl ohnehin unbekannt ist.

 

Zusammengenommen können diese vier Gruppen leicht nocheinmal 200.000 allein für 2017 ausmachen. 2014 zogen (nach offziellen Zahlen) 1,3 Mio. Ausländer in die BRD. 2015 waren es dann 2,1 Mio. Die Zahl der Asyl-Antragsteller beträgt weniger als die Hälfte hiervon. Bis Ende November 2017 erhielten nur 0,7% der Antragsteller Asyl, allerdings wurden 21% als "Flüchtlinge" gemäß der Genfer Konvention geduldet. Doch auch die nicht anerkannten Personen bleiben einfach da - und bekommen Leistungen.

Abgeschoben wird kaum jemand.

Quelle: Preuß. Allgemeine Zeitung, 12. Jan. 2018, Seite 1