Gauland und die Deutsche Wehrmacht

Veröffentlicht: Mittwoch, 04. Oktober 2017 Drucken E-Mail

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

die Bundestagswahl liegt bereits eine Woche zurück.

Die Parteien sind dabei, sich zu sortieren. Da wird eine Bemerkung von Alexander Gauland gerne hervorgeholt, in der er den Einsatz der deutschen Soldaten im 2. Weltkrieg lobte. Eine Welle der Empörung ging und geht durch Medien und Talkshows, da man doch selbstverständlich seit geraumer Zeit nur von einer „verbrecherischen deutschen Wehrmacht“ sprechen darf, und die in keinem Fall als traditionsstiftend angesehen werden darf.

Es ist auch nicht hilfreich, wenn man erwähnt, dass bereits der französische Staatspräsident François Mitterand sich in seiner Rede vom 8. Mai 1995 positiv über den Einsatz der deutschen Soldaten geäussert hatte. Das wird einfach vom Tisch gewischt. Jedoch ausser Mitterand haben sich auch verschiedene andere Persönlichkeiten entsprechend geäussert. Einen von ihnen, den israelischen Militärhistoriker Martin van Creveld, möchte ich hier zitieren:

„Die Wehrmacht war an grossartiger Kampfverband, der hinsichtlich Moral, Elan und innerem Zusammenhalt unter den Armeen des 20. Jahrhunderts nicht seinesgleichen fand.“

 

Wie ist es nur möglich, dass das eigene Volk so verleumderisch über die eigenen Soldaten denkt, die für ihre Heimat ihr Leben einsetzten und viele es auch verloren haben oder in der Gefangenschaft umgekommen sind; von den schwer Verletzten, die ihr ganzes weiteres Leben dieses harte Schicksal zu tragen hatten, ganz zu schweigen.

Kommt vielleicht hier eine Umerziehung zum Ausdruck, die Friedrich Grimm, eine namhafte Autorität auf dem Gebiet des internationalen Rechts, nach der Kapitulation im Mai 1945 bei einem Vernehmungsgespräch mit einem britischen Offizier hatte? Bei diesem Offizier handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um den britischen Desinformationsspezialisten Sefton Delmer. Dieser überreichte Grimm Flugblätter in deutscher Sprache, die überall im besetzten Deutschland verteilt werden sollten. Auf den Einwand von Friedrich Grimm, der Krieg wäre vorbei, und es wäre an der Zeit, die verleumderische Kriegspropaganda einzustellen, erhielt er folgende Antwort:

„Nein, nun fangen wir erst richtig an! Wir werden diese Greuelpropaganda fortsetzen, wir werden sie steigern, bis niemand mehr ein gutees Wort von den Deutschen annehmen wird, bis alles zerstört sein wird, was sie in anderen Ländern an Sympathien gehabt haben, und bis die Deutschen selbst so durcheinander geraten sein werden, dass sie nicht mehr wissen, was sie tun!“

Unwillkürlich kommt der Gedanke, wann wurde eigentlich die unsägliche Wehrmachtsausstellung zum Pflichtbesuch für Schüler usw.? War sie evtl. eine Reaktion auf eine allmähliche Normalisierung und anerkennende Beurteilung der Leistungen der deutschen Wehrmacht in einer äusserst schwierigen Zeit, wie sie die heutige Generation nicht im Entferntesten nachempfinden kann?

Wieviel Kraft wird eine neue Partei benötigen, um die Menschen wachzurütteln, um das Steuer herumzureissen, denn man könnte meinen, dass wir an dem Punkte angelangt sind, dass „die Deutschen nicht mehr wissen, was sie tun.“

Freundliche Grüsse

Inge Keller