Was erwarten wir von der Politik?

Veröffentlicht: Freitag, 25. August 2017 Drucken E-Mail

Heinrich Daub

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Landsleute, sehr geehrter Herr Dr. Meuthen!

Ich bin Mitglied des Koordinazionszentrums der Deutschen aus Russland „Für Deutschlands Zukunft!“. Ende Januar dieses Jahres hat sich eine Gruppe von unseren Landsleuten von ca. 30 Menschen in Niedersachsen zusammengefunden und entschieden bei allen, in diesem Jahr bevorstehenden Wahlen die AfD zu unterstützen. Die Aufklärungsarbeit des Koordinationszentrums wird unter dem Vorsitz des langjährigen und den meisten Russlanddeutschen gut bekannten Dr. Heinrich Groth geführt. Dr. Groth war seit Ende der 80-er Jahre langjähriger Vorsitzender der Gesellschaft „Wiedergeburt“ und ist bis heute für viele Rußlanddeutsche eine hochangesehene Persönlichkeit geblieben.

Warum wollen wir die AfD unterstützen? Weil es uns genauso wie vielen konservativ und patriotisch eingestellten einheimischen Deutschen um das bewahren des Deutschen und des Traditionellen in Deutschland geht. Wir wollen, dass Deutschland deutsch bleibt und das Deutschland das Land der europäischen, christlichen Kultur bleibt.

 Dabei sind wir mit der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland ganz ehrlich: bereits in unseren Anträgen, die wir vor der Aufnahme in der BRD gestellt haben, gaben wir an, daß wir die Einreise nach Deutschland begehrten, weil wir „als Deutsche unter den Deutschen leben wollen“.

Wir lehnten die Zwangsassimilation in den Staaten der ehemaligen UdSSR ab, die uns von der Politik des kommunistischen Regimes aufgezwungen wurde. Wir wollten nicht in der multikulturellen Gesellschaft des ehemaligen Sovjetreiches verschwinden, wir wollten Deutsche bleiben. Noch weniger wollen wir in einer durch Deutschlands Eliten künstlich geschaffene multikulturelle Gesellschaft hier in Deutschland als Deutsche verschwinden. Und wir müssen uns dafür nicht rechtfertigen: wir wollen das nicht und basta! Zu teuer hat uns unser Deutschtum gekostet, dass wir es ohne Kampf aufgeben!

Genau wie vielen selbstendig denkenden Menschen in Deutschland ist uns, den Deutschen aus Russland, das Parteiprogramm der AfD sehr sympathisch. Man könnte an dieser Stelle vieles erwähnen:

wir unterstützen z. B. den Vorschlag der AfD, ein Einwanderungsgesetz nach dem kanadischen Muster zu verabschieden. Wir müssen als Staat und als Volk selbst entscheiden können, wen wir in Deutschland aufnehmen wollen und wen nicht. Am besten wäre aus meiner Sicht ein Punktesystem geeignet, in dem die kulturelle Nähe des potenziellen Einwanderers zu der deutschen und europäischen Kultur als das wichtigste Merkmal betrachtet worden wäre.

Aufgrund unserer historischen Erfahrung als einer nationalen Minderheit in einem Vielvölkerstaat würden wir sehr dafür sein, dass die BRD eine besondere Verantwortung für alle Deutsche Minderheiten in der Welt übernehmen würde. Es kann nicht sein, dass die BRD die Deutschen aus den afrikanischen Ländern nicht aufnimmt. Es ist einfach. Wenn es z.B. den Deutschen in Namibien schlecht geht - wer rettet sie, wenn nicht Deutschland? Und wir können uns erinnern, wie der Außenminister der BRD Jöschka Fischer den Deutschen in Namibien geantwortet hat: „Ihr seid für uns keine Deutsche, ihr seid Namibier“. Das ist ein Skandal: diese Menschen sind in diesem Land, weil das eine ehemalige Kolonie des Deutschen Reiches war und nicht weil sie selbst als Abenteurer dahin ausgewandert sind. Und es ist ein Skandal, wenn ein großes und reiches Land, wie die BRD ca. 200 Deutschstämmige aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine nicht aufnehmen kann. Und alle Menschen sehen zu, wie wesentlich kleinere Länder wie Griechenland, Israel und Polen ihre ethnische Minderheiten aus demselben Gebiet im Schnellverfahren evakuieren. Ich bin überzeugt, dass es dem Ansehen unseres Landes in anderen Ländern sehr schadet.

Wie auch viele andere deutsche Bürger treten die meisten RD für gute Beziehungen mit Russland. Wir sind in dieser Frage mit der AfD vollkommen einverstanden: es kann keine europäische Sicherheit ohne Russland geben und schon gar nicht gegen Russland. Diese Frage regt uns vielleicht sogar noch mehr als alle andere Menschen in Deutschland auf. Und es ist leicht zu verstehen warum: wir haben immer noch viele Verwandte in Russland, denen die deutschen Behörden die Aufnahme in Deutschland verweigert haben. Und wir haben eine klare Vorstellung davon, wie es ihnen in Rußland ergeht, wenn Deutschland wieder mit Russland schlechte Beziehungen haben wird. Deswegen sagen wir der heutigen politischen Elite der BRD: „Macht die Beziehungen mit Russland nicht kaputt. Und wenn ihr das schon unbedingt wollt, dann evakuiert zuerst aus diesem Land alle Deutsche. Ein zweites Mal werden die Deutschen in Rußland eine solche Verfolgung, wie sie im 2. WK stattgefunden hatte, nicht überleben.“

Für uns steht die Sicherheit unserer Familien, unserer Frauen und Kinder in der Prioritätenliste ganz oben. Nachdem der kommunistische Staat 1941 uns die angestammte Heimat in den deutschen Kolonien Russlands weggenommen und uns in die unendlichen Weiten des asiatischen Teils der UdSSR deportiert und unter verschiedenen Völkern zerstreut hatte, ist für uns nur ein kleines aber sehr wichtiges Stückchen unserer Heimat geblieben: unsere Familien. In den Familien haben wir versucht, unsere Sprache und Kultur weiterzupflegen: mit Hilfe unserer Eltern und Großeltern. Das letzte war sehr selten, weil nach dem Krieg nicht alle Männer und Frauen zu ihren Familien zurückgekehrt sind. Hunderttausende von uns sind in den 80er und 90er Jahren aus Russland und den GUS-Staaten nicht zuletzt deswegen ausgewandert, weil die Staatsmacht in diesen Ländern nicht mehr die Sicherheit der Menschen gewährleisten konnte. Wir erlebten die blutigsten ethnischen Auseinandersetzungen in Mittelasien, Moldawien und im Kaukasus.

Aus diesem Grund sehen wir mit großer Sorge auf die Ereignisse hier in Deutschland, wo der Staat in den letzten Jahren immer weniger Präsens zeigt: an den ungeschützten Grenzen, durch welche Hunderttausende illegaler Einwanderer nach Deutschland reingelassen wurden, bei den sexuellen Attacken auf Deutsche Frauen in Köln und in anderen deutschen Städten in der Silvesternacht 2016, unter denen auch russlanddeutsche Mädchen und Frauen waren, bei den Übergriffen auf Frauen und Kinder, mit denen die Deutsche Bevölkerung seit dieser Invasion von Illegalen Einwanderer täglich konfrontiert ist.

Die Unfähigkeit der heutigen Machthabenden die Sicherheit der Staatsgrenzen zu gewährleisten, macht uns große Sorgen. Tagtäglich sehen wir die Unfähigkeit des Staates, unser Leben, Gesundheit und Eigentum vor der Gewalt der Islamisten und linken Extremisten zu schützen. Eine impotente Staatsmacht, auch wenn sie sich unermüdlich als Demokratie bezeichnet, ist für die Menschen oft schlechter als eine Diktatur, die Ordnung garantiert!

Ich frage mich oft: sind die da oben noch normal oder nicht? Die Gefahr für unsere Sicherheit kommt ganz offensichtlich von den Islamisten und linken Extremisten, aber die politische Elite kämpft mutig „gegen Rechts“? Was soll das überhaupt? Sind die selbst dumm oder halten sie uns für dumm?

Natürlich verstehe ich, dass die nicht dumm sind, die sind ideologisch. Sie lassen sich in ihrer Politik durch die linksliberale Ideologie leiten. Der russische Proffessor und Putins Berater Sergej Karaganow sagte vor kurzem: „Das größte Problem des Westens sind seine ideologisierte Eliten“. Ich bin mit ihm völlig einverstanden! Aus diesem Grund brauchen wir dringend eine deideologisierte Politik und deideologisierte Politiker, die rein razional, vernünftig denken und handeln. Und solche Politik und solche Politiker sehen wir heute in der Partei AfD.

Aufgrund unserer Geschichte haben wir eine große Erfahrung im Zusammenleben mit muslimischen Völkern gemacht. Und wir können sagen: es gibt sehr viele gute Menschen unter ihnen und wir sind auch vielen von diesen muslimischen Menschen heute dafür dankbar, dass sie unsere deportierten Deutschen unter sich in schwierigen Zeiten aufgenommen und sie unterstützt haben. Aber aufgrund dieser unserer Erfahrung können wir auch sagen, dass Islam sehr weit von unserer Kultur steht – er gehört in keinem Fall zu Deutschland! Islam und die europäische Kultur passen nicht zusammen, sie befinden sich im ständigen Konflikt! Wir wissen, dass die muslimische Völker durch ihre Religion und Tradition innerlich sehr stark sind und dadurch zur Integration in anderen Kulturen praktisch unfähig.

Und deswegen warnen wir die deutsche Gesellschaft: Islam verzeiht keine schwäche, und der deutsche Staat und die Deutsche Gesellschaft haben sich in den letzten Jahrzehnten und besonders in den letzten Jahren sehr schwach gegenüber Moslems gezeigt. Wir haben in einer Multikulturellen Gesellschaft gelebt und meistens in den asiatischen, muslimischen Regionen – und wir wissen, das unter den Moslems nur die Menschen sich behaupten können, die andere Völker respektieren können und andererseits selbst einen starken Behauptungswillen haben, die ihr eigenes Volk, ihre eigenen Vorfahren lieben und bereit sind, es zu verteidigen. In Deutschland versucht man eine Multikulturelle Gesellschaft aufzubauen und dabei hat man dem eigenen Volk den Respekt zu sich selbst und zu seinen Vorfahren gründlich aberzogen und die Liebe zum eigenen Volk als etwas kriminelles, „nazistisches“ abgewertet. Menschen mit einer solchen Einstellung werden von den Moslems mißachtet, bespuckt und mit Füßen getreten.

Also: vorsichtig mit der Aufnahme von großen Zahlen der Menschen aus Asien und Afrika! Weil das unser Untergang sein kann! Es kann keiner vom anderen fordern bei der Rettung anderer Menschen sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen. Und Europa und Deutschland riskieren ihr Überleben beim Versuch Millionen von Asiaten und Afrikaner auf dem eigenen Boden zu retten. Das ist einfach dumm! Man muss und kann diesen Menschen und Völkern helfen, aber da wo sie leben. Also, wie sie sehen, sind die meisten RD genau wie die AfD auch gegen die Politik der Islamisierung Deutschlands.

Spezifische politische Interessen der RD

Ich könnte noch viele Punkte nennen, bei denen unsere Überzeugungen mit der AfD und mit vielen anderen Menschen in der BRD übereinstimmen. Aber wir haben auch ein Paar Punkte, die uns, die RD, zu einer politisch relevanten Gruppe in der Deutschen Gesellschaft machen. Das bedeutet, dass wir solche spezifischen Gruppeninteressen haben, für die Durchsetzung derer wir eine Interessenvertretung in der Politik brauchen. Inwieweit wir diese unsere Interessen mit Hilfe der AfD durchsetzen können, weiss ich nicht, das hängt wahrscheinlich sehr davon ab, wie viele von unseren Landsleuten aktive Mitglieder bei der AfD werden und wie aktiv wir diese Partei unterstützen werden. Auf jeden Fall sehe ich aus der Perspektive der AfD-Programmatik betrachtet, keine großen Hindernisse, um diese unsere Probleme mit Hilfe dieser Partei zu verteidigen. Machen wir diesen Versuch! Vielleicht haben wir zum ersten Mal in der Geschichte die Chance, nicht Spielball der Politik zu sein, sondern Subjekt der Politik! Das hängt alleine von uns ab!

Welche Interessen sind das?

1.Wir wollen, dass die Möglichkeit weiterhin besteht, dass unsere Landsleute nach Deutschland kommen können.

2.Wir wollen, wenn möglich, dass die Hürden bei der Aufnahme der Deutschen aus Rußland, die von den Eliten der BRD aufgebaut wurden, soweit wie möglich runtergeschraubt werden, um so die Familienzusammenführung der getrennten Familien zu gewährleisten.

3.Wir haben unsere Interessen im Bereich der Rentenversorgung, wo aus unserer Sicht unsere Volksgruppe ungerecht behandelt wird.

4.Unsere Volksgruppe wurde in den letzten 20-25 Jahren in Deutschland sehr oft von den Linksjournalisten beleidigt und verleumdet. Sie haben viele Unwahrheiten über uns verbreitet. Angefangen damit, dass sie uns nicht als Deutsche anerkennen wollen und stur als „Deutsch-Russen“ bezeichnen. Die einheimische Bevölkerung kennt bis heute sehr wenig Wahres über uns, dafür aber sehr viel Lügen. Wir brauchen eine starke Vertretung in der Politik, um unser Ansehen zu verteidigen.

5.Unsere Landsmannschaft und andere Vereine, die eine große Arbeit im Bereich der Integration und Kulturbewahrung leisten, brauchen eine finanzielle staatliche Unterstützung und es ist kein Wunder, dass sie im Linksstaat BRD zu wenig davon bekommen, während 100 Millionen Euro bekanntlich im Sand des unsinnigen „Kampfes gegen Recht“ versickern.

6.Wir sind als Volksgruppe an der politischen Mitarbeit interessiert und sind bereits zusammen mit der AfD, ein neues Deutschland aufzubauen, an einer echten Alternative zu dem heutigen Linksprojekt der 68-er Bewegung; an einem Projekt, das die schädliche Ideologie der Frankfurter Schule überwindet. Diese Hoffnung verbinde ich mit der AfD.

In diesem Sinne sage ich mit voller Überzeugung: wir müssen alles tun, damit die AfD bei den Wahlen am 24. September dieses Jahres als starke Oppositionspartei in den Bundestag einzieht. Dafür rufe ich euch auf, möglichst viele unserer Landsleute zu mobilisieren, damit sie zu den Wahlen gehen und ihre Stimmen für die AfD abgeben! Und euch, liebe Landsleute und Mitglieder der Partei AfD, rufe ich zu Einigkeit auf.