Sonnwendfeier

Veröffentlicht: Mittwoch, 20. Dezember 2017 Drucken E-Mail

 Albert Peter

Feuer lodern auf den Höhen,

jugendfrischer Glut entbrannt,

spiegeln sich in stillen Seen,

und des Feuers Lichter gehen

weithin über dunkles Land.

Leuchten heller als die Sterne,

die da glüh'n am Himmelszelt.

Flammenruf durchdringt die Ferne.

Und die Jugend mag es gerne,

sind noch Feuer in der Welt.

Sonnwendfeuer wollen einen,

wollen über Grenzen streben

und verdrängen durch ihr Scheinen

alles Dunkel, alles Weinen,

wollen Mut und Hoffnung geben

 

.

Sonnwendnacht

Wir wollen nicht zum Feuer schreiten,

wie Schwärmer, die das Lodern blendet.

Wir stehen nüchtern in den Zeiten,

in Zeiten, die kein Schwärmen wendet.

Wir gehen den Weg der schweren Tat,

wir gehen den Weg der harten Pflicht

und über uns das Sonnenrad,

sucht unser Auge und das Licht.

Sonnenwende, komm und ende

alles Dunkel, mach uns frei!

Wende ab den Schlaf der Satten,

wende ab den Tod der Schatten,

wende ab die Nacht der Träume,

sende Licht in alle Räume!

Karl Schüler

 

Zündet die Feuer!

Versteckt nur in Tälern dürfen sie brennen?´

Holt sie hervor, ihr sollt Euch zum Mal der Flammen bekennen!

Verbrennet die Lüge, die fahl und bleich

die Seele benetzte mit billigem Tand.

Und tragt der Wahrheit Fackel ins Reich!

Zündet die Feuer!

So daß ihr heller leuchtender Schein

die Schlafenden wecke,

bis in die dunkelste Kammer hinein.

In dämmernde Zukunft Schritt für Schritt

Jugend voran!

Ein ganzes Volk faßt dann wieder Tritt.

Zündet die Feuer!

Bald lodern die Flammen in nächtliche Luft

und trotzen dem Dunkel.

Spürt ihr, wie der neue Morgen schon ruft?

Iwolf

 

Flamme zum Himmel, Du leuchtendes Glut,

Funken sprühen in deutschem Blut

Laßt uns das Licht, unsere Freiheit erringen,

daß unsere Feuer nicht niedersinken!

Flamme zum Himmel durch Dunkel und Nacht,

daß aus dem Traum mein Deutschland erwacht.

Funken, sprühe in unserem Blut,

leuchte zum Himmel flammende Glut.

unbekannter Verfasser

 

Strohfeuer brennt hell

und Reisig lischt schnell.

Zu Asche wird, was so loht,

doch das Holz noch Mark und Stolz,

dann leuchtet's ins Morgenrot.

Iwolf

Zum Kampfe ruft ihr gegen die Feigen,

die Flamme wird den Weg Euch zeigen.

Hüter der Flamme zu sein ist Mannestum,

Hüte der Zeit zu sein ist Ehre und Ruhm.

Hans Redlich

Und brennt auch das Feuer auf heimlichen Plätzen

in den Mulden und Gräben und hinten im Tal –

es brennt doch nach uralten, heilgen Gesetzen

und ist uns ein uraltes, heiliges Mal.

Können wir unser Fest auch nicht offen begehen

und feiern es so, wie der Kampf es gebeut,

denn in uns ist Hoffnung, daß nie wird vergehen

der Brauch unsrer Ahnen auch in künftiger Zeit.

Hoch schlagen zum nächtlichen Himmel die Flammen,

hoch schlagen die Herzen - frei ist unser Sinn.

So wie wir hier stehen: im Kreise zusammen.

so sind wir des werdenden Volkes Beginn.

So standen in grauer Vorzeit die Ahnen,

so stand einst die Jugend auf nächtlicher Fahrt.

So stehen wir heute - ein einziges Mahnen –

fest und geschlossen ums Feuer geschart.

Wir öffnen die Herzen, wir heben die Hände,

wir grüßen des Jahres fruchtbringende Wende,

wir grüßen des Lichtes gesegneten Lauf:

Sonnwendfeuer flamm auf nun, flamm auf !

Die Sonnwendnacht ist ein gar seltsam Ding:

es stehen viel Schemen mit uns im Ring.

Es stehen viel Tote in unseren Reih`n

und starren mit uns in die Glut hinein.

Gefallene Brüder, die einst voll Kraft

und heißem Empfinden gewirkt, geschafft.

Erschlagene, heimatvertrieben, blind,

die roh man gemeuchelt mit Weib und Kind.

Viel Tausend, die einst den Flammen nah,

stehn still nun ums Feuer und sind mit da.

Oh, Schemen und Schatten sind viele im Ring,

ein jeder von ihnen am Leben hing.

Und jeder - wie wir - einst ein Kämpfer hart

für Volkstum und Heimat und Väterart.

Denn was sie gewesen, das sind nun wir,

wir sind die Erben. - Wir stehen hier

gemeinsam mit ihnen zur Sonnwendnacht

im Ring um das Feuer und halten Wacht.

Joseph Hieß

 

Und wenn wir marschieren

Und wenn wir marschieren,

dann leuchtet ein Licht,

daß Dunkel und Wolken

strahlend durchbricht.

Und wenn wir uns finden,

beim Marsch durch das Land,

dann glüht in uns allen

heiliger Brand.

Und wenn wir im Sturme

dem Ziel uns genaht,

dann ragt vor uns allen

Neuland der Tat.

Du Volk aus der Tiefe,

du Volk in der Nacht,

vergiß nicht das Feuer,

bleib auf der Wacht!

Melodie und Text: Walter Gättke, 1922

Wenn wir brennen,

dann sind wir schon dem Ewigen gesellt.

Alles Lebendige leuchtet

und nur die Asche zerfällt.

Herybert Menzel

 

Handle so, daß du überzeugt sein kannst,

mit deinem Handeln auch dein Bestes und Äußerstes dazu getan zu haben,

die Menschenart, aus der du hervorgegangen bist,

bestands- und entwicklungsfähig zu erhalten.

Erwin Guido Kolbenheyer (1878–1962)

 

Es ist der Sinn des Lebens,

daß wir auf dem von unseren Vätern übernommenen Erbgute weiterbauen.

Darum Ehrfurcht vor den Leistungen der Väter.

Ein Volk ist verloren, in dem eine von Schlagworten berauschte Jugend

Ehrfurcht und Begeisterungsfähigkeit eingebüßt hat.

Erwin Guido Kolbenheyer (1878–1962)