Deutsche Kolonialleistungen gegen die Kolonialschuldlüge

Veröffentlicht: Freitag, 18. August 2017 Drucken E-Mail

Uschi EID, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie G8-Afrikabeauftragte im Kabinett unter Bundeskanzler Gerhard SCHRÖDER, behauptete am 4. Dezember 2003 an der Universität Bonn im Seminar für Politische Wissenschaft bezüglich der historischen Kolonialisierung der deutschen Schutzgebiete in Ubersee: »In der Folge prägten sich Verhältnisse heraus, die für viele Siedlerkolonien - nicht nur für die deutschen - typisch sein sollten: Die Afrikanerinnen und Afrikaner waren den Siedlern nahezu schutzlos ausgeliefert, sie wurden wirtschaftlich ausgebeutet und unterdrückt. Ihre Rechtlosigkeit gegenüber den Kolonialherren vervollständigte ihre politische, soziale und wirtschaftliche Diskriminierung, die schließlich zum erwähnten Herero- und Nama-Aufstand und dessen brutaler Unterdrückung führte«. (1)

Ähnlich unqualifiziert hatten sich bereits vor hundert Jahren Liberale, Sozialdemokraten und Internationalisten geäußert. So hatte beispielsweise August BEBEL am 1. Dezember 1906 im Reichstag die deutsche Kolonialpolitik als »Eroberung, Unterdrückung und Ausbeutung« bezeichnet, bei der »Brutalität und Grausamkeit an der Tagesordnung« stünden.

Diese ebenso schablonenhaften wie antideutschen Behauptungen könnten einem britischen Kriegspropagandawerk wie dem Report of the Natives in South West Africa and their Treatment by Germany entnommen worden sein. Als wissenschaftliches Untersuchungsergebnis im Dienste humanitärer Notwendigkeit getarnt, erhoben die Autoren dieses Machwerks, das im August 1918 veröffentlicht worden war und auch Blue Book (Blaubuch) genannt wird, im wesentlichen drei Vorwürfe:

1. Deutschland sei nicht fähig, seine Kolonialgebiete wirtschaftlich zu entwickeln und kulturell zu heben.

2. Deutschland habe die Eingeborenen mit grausamer Roheit behandelt und sich bei diesen verhaßt gemacht.

3. Deutschland habe seine Kolonien überhaupt nur aus imperialistischen Gründen erworben, um sie zu militärischen Stützpunkten auszubauen und von dort aus die Welt zu beunruhigen.

Um diese Beschuldigungen publikumswirksam zu gestalten, wurden dem Text zahlreiche gefälschte oder gestellte Photos sowie Zeichnungen über angebliche deutsche Greuel beigefügt. Bereits im Vorwort dieses ominösen Reports wird allen Ernstes unterstellt, daß der deutsche Kolonialist »allgemein gesprochen, ein Versager gewesen« sei. Er habe »nie die geringste Neigung gezeigt, die Lebenseinstellung der Eingeborenen zu verstehen (to learn), seine

Vorstellungen ihren Gebräuchen und Sitten anzupassen oder eine Beziehung zu den Verhältnissen des Landes herzustellen. Als er ins Land kam, fand er die Eingeborenen in Wohlstand (rich) und vergleichsweise zahlreich vor. Sobald er sich stark genug fühlte, galt sein einziges Interesse, die Einfachheit dieser Leute vollkommen auszunutzen und sie ganz und gar auszurauben. Als ihm dieser Prozeß mittels Handel, der oftmals eine versteckte Form von Täuschung und Betrug war, nicht schnell genug voranging, kamen Raub, Mord und Vergewaltigung (lust) voll zum Zuge.« (2)

Wer exakt für den Text des Blaubuchs verantwortlich ist, scheint bis heute nicht ganz deutlich. Der amerikanische Historiker Michael WEISKOPF meint, daß das Pamphlet während des Ersten Weltkrieges durch Major Thomas Leslie O'REILLY und den englischen Regierungsanwalt A. J. WATERS erstellt worden sei, und kommentiert die Schrift mit den Worten: »Sein einziger Zweck war es, die Einbehaltung des durch Kampfhandlungen eroberten Landes nach dem Ende der Feindseligkeiten international zu rechtfertigen.« (3)

Feststeht, daß besagte »Dokumentation« unter der Schirmherrschaft von John BUCHAN zusammengestellt worden war, einem Schriftsteller aus Schottland, der hier seinen literarischen Ideenreichtum und seinen Hang zu Theatralik und Dramatik bestens ausleben konnte. Darüber hinaus können über BUCHANS politische Ambitionen keine Zweifel bestehen: Nach eigenem Bekunden habe er als Privatsekretär des Hohenkommissars Alfred MILNER in Südafrika »wie ein Staatsmann zu denken« (4) gelernt, was angesichts dessen rigoroser Politik nur bedeuten kann, rücksichtslos die Interessen des englischen Imperialismus zu vertreten. Es ist aufschlußreich, daß die englischen Autoren, »die für dieses Lügendokument von den Eingeborenen unserer Kolonien belastende Aussagen erpreßt hatten«, nachträglich zur Rede gestellt, einräumten: »Was wollen Sie? Wir haben nur den Auftrag gehabt, Belastungsmaterial gegen die Deutschen zu sammeln, nicht aber die Wahrheit zu ermitteln und klarzustellen!« (5)

Wie also sah die Wahrheit in den deutschen Schutzgebieten aus? Ab den 1880er Jahren erwarb das Deutsche Reich im Gegensatz zu anderen Kolonialmächten ohne Anwendung militärischer Gewalt, sondern ausschließlich nach Verhandlungen mit den betreffenden Eingeborenen, durch Abschluß von Verträgen oder durch Kauf, Uberseegebiete in Asien und Afrika. Alle unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellten Gebiete hatten insgesamt rund 3 Millionen qkm Fläche mit etwa 12,5 Millionen Einwohnern, wovon 28 000 Weiße waren. In Afrika bestand das deutsche Schutzgebiet aus Südwestafrika, Ostafrika, Kamerun und Togo. Die Leistungen und Errungenschaften in diesen einzelnen Schutzgebieten lassen sich wie folgt umreißen: Als 1883 der Bremer Kaufmann Adolf LÜDERITZ das 50 000 Quadratkilometer große Gebiet Angra-Pequena, einen Küstenstreifen im äußersten Süd- westen Südwestafrikas, von einheimischen Stammeskapitänen der Hottentotten kaufte und den Hafen Lüderitzbucht gründete, war der Ausgangspunkt für die weitere käufliche und vertragliche Inbesitznahme des Landes geschaffen.

Deutsch-Südwestafrika sah alles andere als einladend aus. Es war weder fruchtbar, noch waren zu diesem Zeitpunkt seine enormen Vorräte an Bodenschätzen bekannt. Das Land lag brach, fließendes Gewässer gab es mit Ausnahme weniger Tage während der Regenzeit nicht. Dennoch machten deutsche Siedler dieses unbarmherzige und unerforschte Land urbar. Brunnen wurden gegraben, das Land und Gebiete vermessen, Farmen errichtet und schließlich Post- und Eisenbahnverbindungen projektiert und geschaffen, immer willig unterstützt von den verschiedenen eingeborenen Völkern des Landes. Außer militärischen Posten und Verwaltungsgebäuden wurden vor allem Krankenhäuser, Kirchen, Turnhallen, Geschäfte und Schulen gebaut sowie die Schulpflicht für jedermann ab acht Jahren eingeführt. 1891 wurde mit dem Ankauf von 2000 aus Australien eingeführten Merinoschafen ein bis heute lebenswichtiger Erwerbszweig begründet. Schon damals wurden Schonbezirke für Großwild angelegt, auf denen später die Nationalparks beruhen sollten. In der kurzen Zeit von 1884 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 hatte die deutsche Kolonialverwaltung eine Infrastruktur auf die Beine gestellt, die ihresgleichen suchte. (6)

Es sind aber nicht nur die hervorragenden Leistungen der Zivilisten, die Geschichte gemacht haben; auch die erbrachten Opfer der Angehörigen der Kaiserlichen Schutztruppe und Marineinfanterie können kaum hoch genug gewürdigt werden. (7) Einer der erfahrensten Südwestafrikaner, der Militärschriftsteller Major Kurd SCHWABE (1866-1920), hat diese Leistungen in einprägsamen Worten formuliert:

»Noch durchbrach keine Eisenbahn den Gürtel der Küstenwüsten, kein Telegraph überwand spielend die unendlichen Weiten dieser Steppenländer, und oft dezimierten Krankheiten die Reit- und Zugtiere, so daß die Truppe gezwungen war, gewaltige Entfernungen im afrikanischen Sonnenbrand im Fußmarsch zu überwinden. Auf den sandigen Wüstenstraßen, deren Lauf durch zahllose Kadaver an Lungenseuche und Überanstrengung eingegangener Zugochsen bezeichnet wurde, wanden sich, in ungeheure Staubwolken eingehüllt, knarrende Ochsenwagenzüge dahin, die von starken Abteilungen der Truppe eskortiert werden mußten. Sie führten in ununterbrochener Folge Proviant und Kriegsmaterial von der Küste nach Windhuk, und von dort fanden die Güter ihren Weg in die ferner liegenden Stationen. Auf diesen wuchsen in monate-, ja jahrelanger Arbeit die aus Feldsteinen und Ziegelmauerwerk gefügten Festen empor. Auf den Stationen rauchten - in schweren Zeiten oft Tag und Nacht hindurch - die Schmiedefeuer, es knirschten die Sägen und klangen die Beile der Zimmerleute, wenn es nach langem Kriegszuge galt, die schweren Ochsenwagen, Kanonenräder und das andere Heergerät schnell wieder instand zu setzen. Daneben waren einzelne Abteilungen, öfter auch ganze Kompanien, wochen- und monate- lang damit beschäftigt, die Hauptverkehrsstraßen, vor allem auf dem langen Wege zur Küste, zu verbessern. Hier mußte gegraben, gerodet und gesprengt werden, althergebrachte zwecklose Umwege wurden durch günstigere Linienführung verbessert und so allmählich dem Verkehr zwischen den Hauptorten der von den Deutschen besetzten Landesteile und der Küste eine vorteilhaftere Grundlage gegeben.« (8)

In Togo und Kamerun waren deutsche Missionare und Kaufleute schon lange tätig gewesen, bevor der Pionier der deutschen Afrikaforschung, Gustav NACHTIGAL, 1884 beide Länder im Namen des Deutschen Reiches zum Schutzgebiet erklärt hatte. Togo sollte überhaupt zu der mustergültigsten aller europäischen Kolonien werden. Einer Subvention durch das Deutsche Reich bedurfte Togo am Ende der deutschen Schutzherrschaft nicht mehr.

Deutsch-Ostafrika mit dem Kilimandscharo als höchstem Berg des gesamten afrikanischen Kontinents war mit knapp 1 Million qkm Fläche das größte Schutzgebiet des Deutschen Reiches. In diesem fruchtbaren Land hatten sich bereits seit den 1850er Jahren deutsche Kaufleute niedergelassen. 1884/85 erwarb Carl PETERS das Kerngebiet der Kolonie durch Verträge mit Häuptlingen. 1899 wurde die allgemeine Schulpflicht für eingeborene Knaben eingeführt, 1904 die von Arabern betriebene Sklaverei aufgehoben, 1912 das Seuchenforschungsinstitut in Dar-es-Salam eröffnet. In der deutschen Zeit wurden 50 % der Bevölkerung geimpft und 1645 Kilometer Eisenbahn gebaut.

Diese Leistungen gewinnen ganz andere Dimensionen, wenn man sich vor Augen hält, daß zu Beginn der deutschen Schutzherrschaft die Kultur der ostafrikanischen Eingeborenenstämme vom hoch entwickelten Hackbau bis zum primitiven Wildbeutertum reichte. Ähnlich wie in Deutsch-Südwestafrika bedurfte es von Seiten der deutschen Vertreter auch hier eines ausgeprägten Einfühlungsvermögens und einer enormen Erfahrung, um alle wesentlichen Lebensbereiche eines solchen differenzierten Kosmos zufriedenstellend zu betreuen. Die durchaus konservative Herrschaft der Deutschen, die die Formen der überlieferten Ordnung garantierte, bewährte sich in Ostafrika ganz besonders, wo gerade im Nordwesten des Landes viele Kleinkönige herrschten. Die deutschen Kolonialherren wagten es bis 1912 nicht, die mittelalterliche Sozialstruktur dieser >Königreiche< anzutasten.

Obgleich die meisten ehemaligen deutschen Schutzgebiete von der deutschen Zeit noch heute Nutzen ziehen, wird dies am Beispiel Ostafrikas oder Tansanias besonders deutlich. Die Grenzführung des Landes, 1890 im Helgoland-Sansibar-Vertrag mit den Briten ausgehandelt, sicherte Tansania ein großes, geographisch in sich geschlossenes Territorium. Der Bau der Nord- und der Zentralbahn kann als eine positive Hinterlassenschaft der Deutschen gelten, die verkehrstechnisch bis heute der Förderung der Infrastruktur dient. Die Einführung fremder Nutzpflanzen wie Sisal und Kaffee garantiert den Tansaniern einen bescheidenen, aber unverzichtbaren Exporterlös. Die Hegedes Wildbestandes sicherte dem Land ein Naturerbe, das als touristische Attraktion heute maßgeblich Devisen einbringt. Ganz besonders hervorzuheben ist eine kulturelle Leistung, die auf den Missionar Ludwig KRAPF zurückgeht. Ihm war die Übertragung der Verkehrssprache Suaheli in lateinische Buchstaben zu verdanken, was - von Englisch und dem als Sakralsprache wichtigen Arabisch abgesehen - den Tansaniern ein schriftliches Kommunikationsmittel an die Hand gibt, das zur Stärkung der Identität entscheidend beiträgt. (9)

Zu den asiatischen Erwerbungen des Deutschen Reiches gehörten außer dem chinesischen Kiautschou mehrere Gebiete in der Südsee: Deutsch-Neuguinea, Deutsch-Samoa, die Marschall-Inseln, die Karolinen-Inseln, die Salomonen-Inseln und noch einige kleinere Inseln. Die Erforschung Neuguineas ist das bleibende Verdienst deutscher Wissenschaftler jener Zeit.

Kiautschou war ein 515 qkm großes deutsches Gebiet mit Flottenstützpunkt in China und umfaßte neben der Bucht von Kiautschou auch die Halbinseln Haisi und , letztere war gleichzeitig die Hauptstadt dieses Gebietes, das am 6. März 1898 vom Deutschen Reich im Vertrag mit China auf 99 Jahre gepachtet worden war. Besonders Tsingtau, die Hauptstadt des Pachtgebietes, blühte unter deutscher Herrschaft auf. Stadt und Hafen wurden ausgebaut, Eisenbahnlinien errichtet, umfangreiche landwirtschaftliche Reformen und Aufforstungen in Gang gesetzt, vorbildliche Schulen eröffnet und 1909 sogar eine deutsch-chinesische Universität eingeweiht. Allein 1913 betrug der Zuschuß des Deutschen Reiches für das Pachtgebiet 10,3 Mio. Reichsmark.

Das vorher elende Fischerdorf mit unsauberen Lehmhütten verwandelte sich unter der deutschen Herrschaft zu einer reizenden Stadt mit vielbesuchtem Badestrand, an dem für die damalige Zeit zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Wasserfeste und Wettrennen stattfanden. Tsingtau stieg rasch empor als Industriezentrum und wurde wichtiger Bestandteil des Welthandels. Hinter dem weißsandigen flachen Strand im Osten der Stadt wuchsen wohl gehegte Gärten und Sommerheime, die nicht zuletzt mehr und mehr Touristen anlockten. Mit Vorliebe von Engländern und Amerikanern, aber auch von Franzosen Chinas besucht, wurde Tsingtau zum Norderney Asiens.

Ein erhaltener Brief zu Beginn des Ersten Weltkrieges, der das Ende und sogar die Zerstörung des deutschen Aufbaus bedeutete, beschreibt die Liebe, mit der die Menschen diesem von Deutschen erschaffenen Paradies gegen- überstanden: »Wer nie in Tsingtau lebte, kann nicht fühlen, was das schmucke Städtchen war für mich und andere Obdachlose, die jetzt den Verlust ihrer Heimat betrauern. Denkt Euch, Ihr habt einen blühenden Garten! Mit Eurem Sparpfennig und eurer Hände Arbeit habt Ihr den steinigen Boden gerodet, die gelockerte Erde gedüngt, dann Blumen ausgesät, Bäumchen gesteckt und jedes Pflänzchen mit Liebe und Sorgfalt gepflegt. Ihr freut Euch an dem Knöpfen und Blühen und seid schon in Sorge, wenn leichter Nachtfrost die Pracht zu vernichten droht. Da braust über die prangenden Blüten ein Gewittersturm und zerknickt, verwüstet, fegt weg, was Fleiß und Liebe mühsam schufen. Dann beschattet Ihr wohl die Augen mit müder Hand, zerdrückt eine Träne und setzt Euch entmutigt ins wüste Feld. So trauern wir Deutsche um Tsingtau. Die schöne Stadt liegt in Trümmern, und wir meinen, wenn morgen die Sonne aufgeht, müsse sie bestürzt ins Wolkenmeer zurückflüchten.« (10)

Auch auf dem medizinischen Sektor war der deutschen Forschungskraft Großartiges zu verdanken, was ohne die Schutzgebiete nicht erfunden und entdeckt worden wäre. Hierunter zählt beispielsweise die Überwindung der Schlafkrankheit. Das entsprechende Mittel Germanin rettete unzähligen Eingeborenen das Leben und wurde damit auch zum wesentlichen Wegbereiter für eine planmäßige wirtschaftliche Tätigkeit und die Überwindung der Verödung riesiger Gebiete. Durch die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit deutscher Mediziner, Chemiker, Geographen und Zoologen wurde auf dem Gebiet der Tropenmedizin Grundlegendes geschaffen. Während die englischen Kolonisatoren meist nach dem Grundsatz handelten, es sei billiger, Menschen sterben zu lassen und sich neuer Arbeitskräfte aus dem unerschöpflichen Reservoir der Kolonialbesitzungen zu bedienen, als lebensrettende sanitäre und hygienische Maßnahmen zu ergreifen, forschten die Deutschen und entwickelten lebensrettende Medizin am laufenden Band: Außer dem besagten Germanin waren dies unter anderem Yatren gegen die Ruhr, Plasmochin und Atebrin gegen Malaria. Fuadin und Beobostisan sind andere Mittel, die aus der Chemotherapie nicht mehr wegzudenken sind. Enorme Anstrengungen wurden mit Erfolg in der Bekämpfung von Krankheitsträgern und -Überträgern wie Moskitos, Ratten und Fliegen getroffen. Mit der aktiven Hilfe der Kolonialverwaltungen schufen die Deutschen in ihren Schutzgebieten Krankenhäuser für Eingeborene, wo erstmalig in der Geschichte Schutzimpfungen durchgeführt wurden.

Nicht zuletzt spricht die Gesamthandelsbilanz (Ein- und Ausfuhr) 1898— 1913 für die einmalige Leistung, die die Deutschen in ihren Schutzgebieten in nur 30 Jahren erreicht haben. (11)

Der Gesamthandel in den deutschen Schutzgebieten stieg von knapp 47 Millionen Reichsmark im Jahre 1898 auf knapp 320 Millionen Mark im Jahre 1913, also fast um das Siebenfache. Das Reich selbst war an diesem Gesamthandel seiner Schutzgebiete rein wertmäßig mit 52,9 Millionen seiner Ausfuhr und 54,5 Millionen seiner kolonialen Einfuhr beteiligt. Das in den deutschen Schutzgebieten investierte Gesamtkapital stieg von 62 Millionen Mark im Jahre 1896 auf 505 Millionen Mark im Jahre 1912. An Plantagenland befanden sich 1896 unter Kultur 11000 Hektar; im Jahre 1913 waren bereits 79000 Hektar, also fast das Siebenfache, an kultiviertem Plantagenland geschaffen worden. (12)

Die Leistungen der deutschen Kolonialmacht, und hier unterscheidet sie sich wesentlich von anderen europäischen Kolonialmächten, wären nicht ohne vorherige sorgfältige Ausbildung und strenge Auswahl möglich gewesen. Dieser Umstand ist am einfachsten am beruflichen Werdegang eines deutschen Kolonialbeamten zu verdeutlichen: Wer sich für diese Laufbahn entschied, hatte sich im Reichskolonialamt zu bewerben und einen in Englisch und Französisch abgefaßten Lebenslauf vorzulegen. Wurde er angenommen, so hatte er ein Grundstudium in Verwaltung, Recht, Hygiene und Geographie zu absolvieren. Es folgte ein erster Aufenthalt in Übersee, der den Bewerber mit seinem künftigen Wirkungskreis und den ungewohnten klimatischen Bedingungen bekanntmachte. Dem schloß sich ein Studium am Berliner Seminar für Orientalische Sprachen an, wo man ihn in die Hauptidiome jener Kolonie einwies, in der er später eingesetzt werden sollte. Erste verwaltungstechnische Erfahrungen sammelte der Anwärter im Berliner Reichskolonialamt, wo er in die Rituale des behördlichen Schriftverkehrs eingewiesen wurde, Klimatabellen erstellte, Material für Konferenzen zusammenstellte oder auch Analysen von Gesteins- und Baumwollproben zu einem Bericht an den zuständigen Gouverneur zusammenfaßte. Erst nach mancherlei Prüfungshürden hatte der junge Kolonialbeamte seine Fahrkarte nach Übersee in der Tasche.

Die Autorität eines Bezirksamtmannes hing nicht unwesentlich von einem guten Verhältnis zu den Häuptlingen ab. Takt und Gespür für würdige Umgangsformen waren unabdingbar. Natürlich durfte die Oberhoheit des Bezirkschefs nicht in Zweifel gezogen werden, doch schon allein die politische Vernunft gebot, auch die angestammte Autorität der Häuptlinge unan- getastet zu lassen. Nehmen wir als Beispiel den Eingeborenenstamm der Dschagga in Deutsch-Ostafrika. Dieser Stamm unterhielt am Bezirksamt eine regelrechte Gesandtschaft, die den Häuptling vertrat, Weisungen des Amtmanns weiterleitete, Beschwerden vortrug, bei der Lösung von Konflikten herangezogen wurde - dies alles in zeremoniellen Formen, die dem diplomatischen Verkehr zweier Staaten ähnelten.

Der deutsche Kolonialhistoriker Fritz ZADOW erklärte den Grundsatz der deutschen Kolonialpolitik, der darauf beruhte, »daß der Beamte nicht so sehr durch äußere Befehlsgewalt, als durch persönliche Autorität bei den Eingeborenen zu wirken hatte. Er sollte nicht nur die deutschen Interessen gegenüber den Eingeborenen vertreten, sondern sich auch der Nöte der Stämme durch Rat und Hilfe annehmen. Die richtige Verteilung der Rechte und Pflichten war der Grundpfeiler des kolonialen Systems des Deutschen Reiches, das seine Aufgabe weder in der Ausnützung noch in der Verdrängung der Einrichtungen der Eingeborenen sah, sondern in der Erhaltung, der Pflege und im Schutze der bestehenden Gemeinschaften.«

Auch der des »Revanchismus« unverdächtige deutsche Kolonialhistoriker Walter NUHN erklärte in den 1990er Jahren, daß die deutsche Kolonialherrschaft sich »vor der Weltmeinung sehen lassen« konnte. Sie »war menschlicher, um das Wohlergehen ihrer schwarzen Untertanen besorgt. Man verweist auf die Kulturarbeit, die die Deutschen dort geleistet hatten: den Straßen- und Bahnbau, den Aufbau des Rechtswesens, des Schulwesens, des Gesundheitswesens, die Hebung des Lebensstandards der Eingeborenenbevölkerung, des >kostbarsten Guts unserer Kolonien<, wie es in den alten Schriften hieß. Die Tugenden der Ordnung und des Fleißes hat man den Schwarzen beigebracht, sie gelehrt, den Wert der Arbeit schätzen zu lernen! Strenge, aber Gerechtigkeit war die Devise der deutschen Kolonialherren.« (13)

Diese durchweg wohlwollenden und positiven Beurteilungen haben ihre Bestätigung bereits vor fast 100 Jahren aus der Feder vieler nichtdeutscher Politiker, Journalisten und Historiker gefunden. Der US-amerikanische Präsident Theodore ROOSEVELT konnte in seinem 1910 veröffentlichten Buch African Game Trails über die deutschen Pflanzer, Zivilbeamten und Offiziere in den deutschen Schutzgebieten nur lobende Worte finden. 1911 schrieb der amerikanische Weltreisende A. E. FORBES in der American Review of Reviews, daß von »allen Herren in Afrika« der Deutsche »die reinsten Hände« habe.

Im selben Jahr verfaßte der bekannte britische Publizist Louis HAMILTON einen der umfangreichsten Artikel überhaupt, der je im United Empire, der damals bedeutendsten kolonialhistorischen Fachzeitschrift Britanniens, erschienen war. In seinem ausführlichen Aufsatz untersuchte er bis ins Detail die deutsche Kolonialerziehung, die er in der Welt als führend erachtete. Namentlich hob er drei Institutionen hervor: das Seminar für Orientalische Sprachen an der Universität Berlin, die Deutsche Kolonialschule in Witzenhausen und das Kolonial-Institut in Hamburg. HAMILTON rief die Briten auf, von der vorbildlichen Kolonialerziehung in Deutschland zu lernen, diese sogar zu übernehmen. (14)

Der frühere englische Gouverneur von Britisch-Nyassaland, Sir Harry JOHNSTON, erklärte noch kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges während eines Vortrages in Stuttgart: »Wenn von den großen Kolonialvölkern der Welt gehandelt wird, ist es schwierig, zwischen den Deutschen und den Engländern einen Unterschied zu machen.« (15)

Frank H. MELLAND und H. CHOLMELEY, zwei englische Beamte aus Nord-Rhodesien, die 1907 Deutsch- Ostafrika bereist hatten, erklärten in ihrem 1912 erschienenen Buch Through the Heart of Africa auf Seite 101, daß Deutschland gerade unter Berücksichtigung, noch eine junge Kolonialmacht zu sein, allen Grund habe, darauf stolz zu sein, was es in seinem ostafrikanischen Schutzgebiet bislang erreicht habe. Aufgrund der deutschen Kolonialleistungen schlug der Missionar John HARRIS in seinem ebenfalls 1912 erschienenen Buch Daum in darkest Africa gar die Vergrößerung des deutschen Kolonialreiches auf Kosten Belgiens vor. (16)

Der an der Universität München Geschichte lehrende jüdische Professor Moritz BONN bekundete während seiner Rede vor dem Königlichen Kolonialinstitut (Royal ColonialInstitute) in London am 13. Januar 1914, daß die Eingeborenenpolitik für die Deutschen von überragender Wichtigkeit gewesen sei. Die Deutschen wollten seiner Auffassung nach die Eingeborenen »so zahlreich wie möglich und so geschickt und intelligent« machen, wie es ginge. Noch vor BONNS Rede ergriff Viscount MILNER als Vorsitzender der Tagung das Wort. Dieser alles andere als deutschfreundlich eingestellte Berufspolitiker meinte: »Deutschland ist vergleichsweise ein Neuling auf dem Kolonialgebiet. Jedoch hat Deutschland, nachdem es dieses betreten hatte, sich mit charakteristischer Gründlichkeit und Tatkraft in diese ungewohnte Aufgabe gestürzt.«

Diesen wohlwollenden Worten konnte der kanadische Handelsminister George E. FOSTER nur beipflichten. Deutschland habe sich mit Körperkraft und Willensstärke und mit System in die Kolonialarbeit gestürzt und sei hierbei zu sehr bemerkenswerten Ergebnissen gekommen, und die Briten müßten nicht grollen, wenn die Deutschen sie in einigen Punkten übertrumpften. Sir Charles LUCAS bezeichnete das vollbrachte deutsche Kolonialwerk als »wundervolle Arbeit eines großartigen Volkes«, Robert MEVILLE meinte, daß die geleistete Kolonialarbeit Deutschland auszeichne, Henry BIRCHENOUGH erklärte, es sei Allgemeinwissen, daß die Deutschen ein Volk mit bemerkenswerten Qualitäten seien. Dies hätten sie mit ihrer Arbeit vor allem in Ostafrika unter Beweis gestellt, eine Äußerung, der Sir Harry WILSON beipflichtete und der er hinzufügte, daß es fraglich sei, im britischen Kolonialreich ein derart geschaffenes Prachtstück zu finden. (17)

Selbst der damalige englische Kolonialsekretär Winston CHURCHILL, dem man guten Gewissens kaum deutschfreundliche Absichten nachsagen kann, gestand am 22. Juni 1921 ein, daß Großbritannien in Ostafrika versucht habe, das Land mit einer Regierung zu versehen, die nicht hinter der deutschen Verwaltung zurückstand. Er befürchtete, daß in absehbarer Zeit die Lage Ostafrikas im Vergleich zur deutschen Zeit, was Fortschritt und Prosperität betraf, ungünstig abschneiden werde.20 Womit er recht behalten sollte. (18)

Hatten die Eingeborenen, wie von internationalistischer und antideutscher Seite behauptet wurde und wird, die deutsche Schutzherrschaft also als unerträgliches Los empfunden und die »Befreiung vom Joch der deutschen Obrigkeit« herbeigesehnt? Die historischen Fakten geben hierauf eine eindeutige Antwort: Während des Ersten Weltkrieges hatte es in keinem der deutschen Schutzgebiete Aufstände gegeben, im Gegenteil, immer wieder meldeten Eingeborene sich freiwillig, um an der Seite der Deutschen gegen die vermeintlichen Befreier zu kämpfen.

Kurz nach der erfolgten »Befreiung« der Eingeborenen in den deutschen Schutzgebieten mußte der amerikanische Historiker Herbert A. GIBBONS in seinem 1916 verfaßten Buch The new Map of Africa einräumen, daß das Verhalten der Eingeborenen beim Einmarsch der englischen oder französischen Truppen die Behauptung widerlege, daß die Eingeborenen in den von den Deutschen beherrschten Teilen Afrikas begierig waren, die Engländer und Franzosen als Befreier zu willkommen zu heißen. (19)

Die eingeborenen Völker in den deutschen Schutzgebieten dachten nicht im entferntesten daran, sich gegen ihre angeblichen Unterdrücker zu erheben, sondern hielten den Deutschen während des gesamten Krieges die Treue. Das harmonische Verhältnis zwischen Deutschen und Eingeborenen als geschichtliche Tatsache ist kaum eindrucksvoller als gerade an den Askari in Deutsch-Ostafrika zu belegen. Der Ausdruck >Askari< ist arabisch-türkischer Herkunft und bedeutet schlicht >Soldaten<. Sie hielten den Deutschen bis zum bitteren Ende auf freiwilliger Basis bedingungslos die Treue. Mit 3000 deutschen Schutztruppenangehörigen und 13000 Askari widerstand General Paul VON LETTOW-VORBECK während des Ersten Weltkrieges den materiell und personell um ein Vielfaches überlegenen alliierten Truppen und legte - im Felde unbesiegt - erst am 14. November 1918 auf den ausdrücklichen Befehl der Reichsregierung die Waffen nieder. Auf Betreiben LETTOW- VORBECKS erhielten die Askari ab 1928 Ehrensold des Deutschen Reiches.

Auch in Deutsch-Südwestafrika hielten die meisten Eingeborenen zu den Deutschen, gerade auch die Herero. Die Zeitung Südwest vom 28. August 1914 beispielsweise berichtete, daß sich während der allgemeinen Mobilmachung Herero freiwillig zum Kriegseinsatz meldeten. Diese konnten allerdings nicht berücksichtigt werden, da von den Deutschen in Südwestafrika keine Angehörigen von eingeborenen Völkern zum Kriegsdienst herangezogen wurden. Nach der Beendigung des Ersten Weltkrieges, also der Eroberung und Besetzung Deutsch-Südwestafrikas durch britisch-südafrikanische Truppen, gab der englische Administrator für Südwest, Howard GORGES, dem Magistrat von Okahandja den Auftrag, unter den Häuptlingen der Herero herauszufinden, ob sie bei einer etwaigen Volksabstimmung für eine Rückkehr zur deutschen Herrschaft stimmen würden. Die Häuptlinge bejahten die Frage, woraufhin eine Volksabstimmung nicht angesetzt wurde. (20)

Nach dem Ersten Weltkrieg wehrten sich die Einheimischen in Togo in vielen Aufständen gegen die neuen britischen und französischen Kolonialherren. Den ersten Deutschen, die 1923 wieder ins Land kamen, bereitete die Bevölkerung geradezu triumphale Empfänge. Die Deutschfreundlichkeit überlebte die Wirren des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Präsidenten des nach dem Zweiten Weltkrieg unabhängig gewordenen Landes äußerten sich sehr anerkennend über die deutschen Kolonialleistungen. Zu Ehren Kaiser WILHELMS II. brachte die Republik Togo 1984 eine Briefmarke heraus. Auch in Kamerun waren die Eingeborenen nach dem Ersten Weltkrieg gegen die neu- en, sprich englisch-französischen Machthaber eingestellt. 1933 richteten die Häuptlinge Kameruns, die sich gegen die neuen Kolonialherren empörten, das Gesuch an den Völkerbund und an die Deutsche Kolonialgesellschaft in Berlin, die Deutschen möchten zurückkommen. Ähnlich verhielten sich die Eingeborenen in der Südsee.

Der ehemalige Gouverneur von Deutsch-Samoa, Wilhelm SOLF, hat in wenigen Worten zusammengefaßt, worum es bei der deutschen Kolonisierung ging und auf welche Weise sie durchgeführt wurde. Die deutsche Kolonialpolitik richtete sich eben nicht ausschließlich auf ein profanes wirtschaftliches Eigeninteresse, sondern war gekennzeichnet von der Fürsorge (Seuchenbekämpfung, Gesundheitspflege und Unterrichtswesen) gegenüber den eingeborenen Untertanen: »Aktive Kolonialpolitik bedeutet nicht nur Ausbeutung solcher Länder nach Maßgabe der mutterländischen Bedürfnisse, sondern ist daneben Mitarbeit an einer großen, der Kulturmenschheit gegenüber den Stämmen jener Gebiete obliegenden Aufgabe - der Aufgabe, sie intellektuell und moralisch zu erziehen, die Voraussetzungen für ihre wirtschaftliche Emporentwicklung zu schaffen und ihnen behilflich zu sein, zu einer höheren Stufe der Gesittung emporzusteigen. Es gilt dabei nicht, die Eingeborenen zu Europäern zu machen. Das wäre aussichtslos und in der Absicht falsch. Das Ziel kann nur sein, eine bodenständige Kultur höheren Grades heraufzuführen. .. Wir lehnen eine Politik der Ausbeutung von Land und Volk, die nur das einseitige gegenwärtige Interesse des Mutterlandes im Auge hat, ab. Unser Ziel ist die Hebung der sittlichen, intellektuellen und materiellen Lage der Eingeborenen und die Nutzbarmachung der wirtschaftlichen Kräfte für die Bedürfnisse der Kulturmenschheit nach vernünftigen, stets den Ausgleich zwischen den beiderseitigen Interessen suchenden Grundsätzen. Also keine Militarisierung, keine Zwangsarbeit, keine Bedrückung, kein Gewaltmißbrauch, sondern Schulen, Ärzte, Erziehung zur Arbeit, Förderung des Landbaus, dazu Eisenbahnen, Wege zur Aufschließung des Landes!« (21)

Die Verwirklichung dieser Grundsätze wird gerade auch von englischen Quellen bestätigt. In dem offiziellen 1922 veröffentlichten Weißbuch wird eingeräumt: »Die deutsche Verwaltung strebte danach. . . dadurch so fruchtbar wie möglich zu machen, daß sie ihre natürlichen Hilfskräfte nach Möglichkeit entwickelte, und sie tat das mit Erfolg. Sie verstand es weiter, den Bewohnern Achtung vor der deutschen Verwaltung einzuflößen, und ihr ganzes Kolonialsystem war den Lebensbedürfnissen der einheimischen Bevölkerung angepaßt.« (22)

Im Februar 1924 konnte man in der südafrikanischen Tageszeitung Die Burger ergänzend lesen: »Wir wissen heute, daß diese Beschuldigungen [über die koloniale Mißwirtschaft, C. N.] unwahr sind. Die deutschen Kolonien wurden bestimmt nicht schlechter verwaltet als der Kolonialbesitz irgendeines der Verbündeten. Heute müssen wir sogar anerkennen, daß gewisse deutsche Kolonien schlechter verwaltet und entwickelt werden als früher von den Deutschen.« (23)

Nach erfolgter wissenschaftlicher Betrachtung sind die kolonialen Leistungen, die von den Deutschen in dem knappen Zeitraum von 1884 bis 1914 erbracht worden sind, als solche anzuerkennen. Vielfach sind sie auf ihrem Gebiet federführend und stellen die Leistungen anderer, wesentlich erfahrener Kolonialmächte in den Schatten.

Claus Nordbruch

1. Entwicklungspolitik, Nr. 7/2004, zitiert in: http:// www.entwicklungspolitik.org/ index 27514.htm

2. Report on the Natives oj South-West Africa and their Treatment by Germany, London 1918, S. 5. (Übersetzung d. Verf., C.N.).

3. Michael N. WEISKOPF, »Überlegungen zum geschichtlichen Hintergrund der Herero-Klage vom September 2001«, in: Befunde und Berichte Zur Deutschen Kolonialgeschichte, Heft 4/2002, S. 87. 2 Michael N. WEISKOPF, »Überlegungen zum geschichtlichen Hintergrund der Herero-Klage vom September 2001«, in: Befunde und Berichte Zur Deutschen Kolonialgeschichte, Heft 4/2002, S. 87.

4. Siehe Encyclopaedia Americana, Vol. 4, New York 1971, S. 671 f.

5. Elmar Vinibert VON RUDOLF, Unsere Kolonien, Leipzig 1938, S. 179.

6. http://www.politikfonun.de/ forum/archive/28/2004/01/3/46485

7. Die Lebens- und Uberlebensverhältnisse der Angehörigen der Kaiserlichen Schutztruppe und Marineinfanterie sind detailliert nachzulesen bei: Claus NORDBRUCH, Der Hereroaufstand 1904, Stegen 2002, und ebenfalls bei: Claus NORDBRUCH, Völkermord an den Herero in Deutsch- Südwestafrika? Widerlegung einer Lüge, Grabert, Tübingen 2004.

8. Zitiert nach http:// www.altearmee.de/ herero/cormans.htm

9. Vgl. Rainer SCHMIDT-VOGT in seinem Beitrag in: Damals. Das Geschichts- magazin, Heft 2/ 1991.

10. http:// www.jaduland.de/ kolonien/asien/ kiautschou/helden/ tsihelden.html

11. Vgl. Fritz ZADOW, Koloniale Revision, Leipzig 21942, S. 100 ff.

12. Vgl. ebenda, S. 93 ff., auch Heinrich SCHNEE, Die deutschen Kolonien vor, in und nach dem Weltkrieg, Leipzig 21935, S. 31 f. (teilweise auch in der 1908 erschiene- nen Erstauflage).

13. Walter NUHN, Sturm über Südwest, Bonn, 41997, S. 15.

14. Vgl. Louis HAMILTON, »Colonial Education in Germany«, in: United Empire, Heft 1/1911, S. 27 ff.

15. Zitiert nach Heinrich SCHNEE, Die koloniale Schuldlüge, München 21927, S. 24.

16. Vgl. ebenda, S. 25.

17. Moritz BONN, »German Colonial Policy«, in: United Empire, Heft 2/1914, S. 134 ff.

18. CHURCHILL, in: Times, 23. 6. 1921, zitiert nach: Heinrich SCHNEE, Die koloniale Schuldlüge, aaO. (Anm. 17), S. 85.

19. Vgl. Herbert A. GIBBONS, The New Map of Africa (1900-1916). A History of European Colonial Expansion and Colonial Diplomacy, New York 1918, S. 480.

20. Vgl. Oskar HINTRAGER, Südwestafrika in der deutschen Zeit, München 1955, S. 59.

21. Wilhelm SOLF, Kolonialpolitik, Berlin 1919, S. 33 u. 58.

22. Zitiert nach: Michael DAMBÖCK, Südwestafrika im Brennpunkt der Zeitgeschichte, Ardagger 1987, S. 94.

23. Zitiert nach: Paul ROHRBACH, Deutschlands koloniale Forderung, Hamburg 1941, S. 110.

Weiterführende Literatur:

Karlheinz GRAUDENZ, Die deutsche Kolonien. Geschichte der deutschen Schutzgebiete in Wort, Bild

und Karte, Weltbild, Augsburg 61994. Joachim SCHULTZ-NAUMANN, Unter Kaisers Flagge, Universitas, München 1985. Hans-Otto MEISSNER, Traumland Südwest, Cotta, Stuttgart 1968. Hans GERMANI, Rettet Südwest, München-Berlin 1982. Paul K. KUNTZE, Das Volksbuch unserer Kolonien, Leipzig 1938. Paul ROHRBACH, Deutschlands koloniale Forderung, Hamburg 1941.

Quelle: DER GROSSE WENDIG. Richtigstellungen zur Zeitgeschichte herausgegeben von Rolf Kosiek und Olaf Rose GRABERT-TÜBINGEN. Seite 101-113