Spurensuche

Veröffentlicht: Mittwoch, 01. November 2017 Drucken E-Mail

An einem sonnigen Tag im Juni 1944 lief ein kleiner Junge winkend einem Zug mit deutschen Soldaten hinterher, begleitet von den angstvollen Rufen der Mutter. Der Ort des Geschehens: Ein Bahnsteig auf dem Bahnhof in Freudenthai (Sudetenschlesien). Das Winken galt dem nach einer Verwundung und einem kurzen Heimaturlaub an die Ostfront zurückbeorderten Vater, der Junge war ich: Alfred E. Zips, geb. am 03.01.1938 in Raase / Krs. FreudenthaI.

Dieser Tag im Juni 1944 ist die einzige verbliebene Erinnerung an meinen Vater, der schon zu Beginn des Polenfeldzuges einberufen worden war. Die Bilder dieses Tages, die Stunden des Abschiednehmens, die Tränen meiner Mutter im Kreise von Mitgliedern der Familie und anderen Betroffenen, haben mich fortan in meinem ganzen weiteren Leben nicht mehr losgelassen.

Sie waren präsent, wenn das Gespräch auf meinen Vater kam und viele Jahre verbanden sie sich mit der Hoffnung auf die Rückkehr, auf ein Wiedersehen, die ich mit meiner Mutter teilte und sie gründete vor allem auf der Vermißtenmeldung: Seit dem 13. Juli 1944 in SUCHNOWO vermißt - also nicht gefallen, nicht. tot.

In Gefangenschaft? Erst mit den letzten Heimkehrertransporten aus Rußland wurde es mehr oder weniger zur Gewißheit: keine Hoffnung mehr. Viele Jahre später, angeregt durch Gespräche mit alten Soldaten, dem Studium der Kriegsliteratur und Kontakten zum "Volksbund für Kriegsgräberfürsorge" wurde der Wunsch immer stärker, den Ort aufzusuchen, an dem mein Vater mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gefallen war. Bestärkt wurde ich durch die sich vertiefende Freundschaft mit einem jungen russischen Musiker aus Minsk, der häufig nach Deutschland kam und mir bereitwillig seine Hilfe anbot. Zunächst beschaffte er für mich aus dem Militärarchiv in Minsk das Kriegstagebuch des entsprechenden russischen Frontabschnittes, das eine ganz erstaunliche Übereinstimmung mit dem deutschen aufwies, das ich inzwischen aus dem Archiv in Berlin erhalten hatte. Selbst das Kartenmaterial (schwarz/weiß) beider Seiten war identisch und es wurde letztlich zur Gewissheit: Der Ort SUCHNOWO (inzwischen umbenannt in SYROKNOWO) war es, den ich suchte, ca. 30 km nordostwärts von OPOTSCHKA.

 

Im Juli 2006 war es soweit. Ich überwand meine Flugangst und nahm die Einladung meines Freundes Sergej nach Minsk an, von ihm und seiner Familie mit überwältigender Herzlichkeit empfangen. Nach einem Tag Aufenthalt in Minsk - eine beeindruckende, großzügig angelegte Stadt mit fröhlichen Menschen und auffallender Sauberkeit - ging es dann in Sergej's altem Ford Escort in Richtung OPOTSCHKA - mit einigem Herzklopfen meinerseits, wie ich gestehen muß (da wirkte wohl unbewußt auch das langjährige "Feindbild" des altgedienten Soldaten nach ...).

Nach einigen Stunden auf überwiegend sehr guten, weißrussischen Straßen erreichten wir die kleine russische Grenzstation. Erstaunlicherweise keine Paß- oder Visumkontrolle (dabei hatte die Beschaffung des Visums noch einige Schwierigkeiten bereitet), dafür mußten Mautgebühren für die Benutzung der überwiegend schlechten russischen Straßen entrichtet werden. Die Fahrt ging durch endlos lange und dichte Fichten- und Birkenwälder, überwiegend unbewirtschaftetes

Land, vorbei an kleinen Dörfern. Häuser aus Blockholz, Hütten, verbunden durch unbefestigte Straßen und Wege, hin und wieder Häuser aus Stein und Beton.

Landsererzählungen und Berichte von Kriegsteilnehmern, Kriegsliteratur und Filme kamen in Erinnerung: Weites, leeres und vergessenes Land - Armut, die auch im Vorbeifahren ins Auge sprang - die Zeit schien den Atem angehalten haben. Am Abend Ankunft in OPOTSCHKA - ehemals ein Verkehrsknotenpunkt, sowohl beim Vormarsch als auch beim Rückzug der deutschen Wehrmacht hart umkämpft und vor allem 1943/1944 Schwerpunkt russischer Partisanentätigkeiten. Der Erinnerung an diese Zeit ist ein kleiner Raum mit vielen Fotos im Militärmuseum von Opotschka gewidmet, das wir am zweiten Tag nach unserer Ankunft besuchten. Dutzende von Partisanen an der Wand, darunter sehr viele Frauen mit auffallend harten Gesichtszügen, als Heidinnen und Helden verehrt. Voller Stolz zeigt mir der junge Museumsleiter, ein Lehrer, erbeutete deutsche Waffen und Ausrüstungsgegenstände und er bestand darauf, daß ich mich in das ausliegende Gästebuch eintrug, in welchem ich zu meinem Erstaunen auch die Namen einiger deutscher Besucher fand.

1. Am ersten Tag aber, nach einer sehr unruhigen Nacht in dem eher sehr bescheidenen "Hotel" der Stadt, fuhr ich dann mit Sergej in Richtung SYROKNOWO. Nach ca. 10 km in nördlicher Richtung (PLESKAU), ein kleines, kaum lesbares Hinweisschild, das wir zunächst übersehen hatten. Abzweigung auf einen breiten, löchrigen und steinigen Feldweg. Nach ca. 2 km ein kleines Dorf, winkende Kinder, dann ca. 10 km abwechselnd Steppe und Wald. Endlich das verwaschene, kaum lesbare, Ortsschild, 50 m dahinter ein Haus - SYROKNOWO - wir waren am Ziel. Wir hielten - niemand zu sehen. Ein Blick entlang der Dorfstraße - je ein weiteres Haus in einiger Entfernung, keine Menschenseele.

Also suchen. Durch den sorgfältig gepflegten Gemüsegarten hin zur Haustür - klopfen.
Nach einiger Zeit öffnete eine alte Frau – mit mißtrauischem und überraschtem Blick. Nachdem Sergej unser Anliegen geschildert und mich vorgestellt hatte, erhellte sich ihre Miene. Bereitwillig folgte sie unserer Bitte um ein Gespräch und bat uns auf der Sitzbank vor ihrem Haus Platz zu nehmen - ein kleines Blockhaus, ein kleiner Schuppen mit dem notwendigen Holzvorrat.

Vorsichtig stellte ich meine Fragen, auf Englisch und von Sergej übersetzt. Ein ums andere mal äußerte sie ihr Erstaunen über unser Erscheinen in dem, wie sie sagte, sterbenden Dorf, zumal sie seit dem Kriege keine Deutschen mehr gesehen hatte. Sie war 1942 17 Jahre alt, als die deutschen Soldaten das Dorf besetzten und natürlich konnte sie sich noch sehr gut an diese Zeit erinnern, zumal bis zum Juli 1944 ständig deutsche Soldaten im Dorf waren, wie sie erzählte.
Mich interessierte natürlich ganz besonders, wie denn das Verhältnis der verbliebenen Dorfbevölkerung (überwiegend Alte und Junge) zu den deutschen Soldaten gewesen sei.

Ja, sie erinnerte sich noch sehr gut an diese Zeit. Die Deutschen seien alle sehr freundlich und hilfsbereit gewesen. Man habe oft zusammen gefeiert, getanzt und gesungen, den Soldaten die Wäsche gewaschen. Dafür seien sie mit Lebensmitteln versorgt worden - vor allem an Brot und Suppen konnte sich erinnern. Eine solche Antwort überraschte mich dann doch. Ich bat Sergej, ihr zu erklären, daß ich auf der Suche nach der Wahrheit sei und sie mir selbstverständlich auch mitteilen dürfe, wenn es von Seiten der deutschen Soldaten Übergriffe oder Vergehen an den Dorfbewohnern gegeben habe. Trotz mehrmaliger Aufforderung, mir alles so zu schildern, wie sie es als fast erwachsene Frau erlebt hatte, wies sie mit lebhaften Gesten darauf hin, daß die deutschen Soldaten anständige Menschen gewesen seien und eben sehr diszipliniert. Manchmal habe sie beobachten können, daß die Offiziere sehr streng zu ihren Soldaten waren, aber sie und ihre Familie könnten nichts Schlechtes über sie sagen.

Es sei halt auch Krieg gewesen, darüber und über die vielen Toten sei sie heute noch sehr traurig. Am 13. Juli 1944 sei sie mit den anderen Dorfbewohnern in die nahen Wälder geflüchtet - als sie zurückkehrten, lagen überall tote Soldaten auf den Wiesen und Feldern. Die 23seien begraben worden, auf dem Land irgendwo hinter den Häusern des Dorfes. Tränen liefen über ihr runzeliges Gesicht, während sie das erzählte und ich verwarf meinen Gedanken, ihr einige mitgebrachte Fotos von meinem Vater zu zeigen. Eine Erinnerung nach mehr als 60 Jahren?

Unmöglich. Aber meine Vermutungen wurden jetzt mehr und mehr zur Gewißheit: Hier in SYROKNOWO lag im Juli 1944 der Regimentsgefechtsstand des Grenadierregiments 323 und am 13. Juli fand mein Vater hier den Tod.

Kein Gedenkstein, kein Kreuz, kein Hinweis, keine Spur - aber in diesen Augenblicken überwältigte mich dennoch das starke Gefühl, nach 62 Jahren meinem Vater wieder ganz nahe zu sein. Nachdem noch einige Erinnerungsfotos gemacht worden waren, verabschiedeten wir uns, nicht ohne zu versprechen, am nächsten Tag noch einmal wiederzukommen.

Nach etwa 200 m ein weiteres Haus, das bewohnt schien. Noch bevor wir uns entschlossen, an die Tür zu klopfen, sahen wir in einiger Entfernung eine ältere Frau auf uns zukommen. Als sie nahe genug war, erkannten wir, daß sie zwei Eimer mit Wasser trug. Später erklärte sie uns, daß sie das Wasser aus einem etwa einen Kilometer entfernten Brunnen holen müsse, da sie kein Fließwasser in ihrem Hause habe. Ja im Winter sei das einfacher, da gebe es ja Schnee, "den man auftauen" könne. Etwas jünger als die Nachbarin, reagierte auch sie mit größtem Erstaunen, ja mit völliger Ungläubigkeit, daß sich ein deutscher Besucher in ihr "armes, verlassenes Dorf" verirrt habe.

Der Grund meines Besuches war schnell erklärt und bald stellte sich heraus, daß auch sie - damals ein junges Mädchen von 12/13 Jahren lebhafte Erinnerungen an die deutschen Soldaten der Jahre 43/44 hatte. Die gleichen Fragen, fast immer die gleichen, bereits von der Nachbarin gegebenen Antworten. Deutsche Soldaten im Hause der Eltern, kleine Geschenke, eine selbst gebastelte Puppe von einem jungen Deutschen, hin und wieder Süßigkeiten.

Und häufig bekamen sie auch etwas zu essen aus einer "fahrbaren Küche" (sie meinte wohl die bekannte "Gulaschkanone" - der Verf.). Bevor die Kämpfe im Dorf begannen, sei sie mit ihrer Mutter und den jüngeren Geschwistern in die nahen Wälder geflüchtet. Als sie zurückkehren durften, da hätten viele Häuser gebrannt.

Und dann erfuhr sie, daß es viele Tote gegeben habe. Ja, sie seien irgendwo auf den Wiesen und Feldern hinter dem Dorf begraben worden – viele habe man verbrannt, das hätten die Eltern später oft erzählt. Sie schien traurig und nachdenklich als sie darüber sprach, ihre Augen wurden feucht. Ganz vorsichtig versuchte ich ihr meine Gefühle in diesem Augenblick zu erklären und daß unsere Soldaten, wie wohl auch mein Vater, ganz sicher auch ein wenig dankbar dafür waren, daß sie in ihrem Dorf relativ sicher gewesen waren, dankbar auch für manche Beweise, alle Feindbarrieren überwindender Menschlichkeit.

Sie lud uns dann ein, in ihr Haus zu kommen und mit ihr Tee zu trinken. Ein großes, durch einen Vorhang geteiltes Zimmer, ein großer Kachelofen, ein Fernsehgerät, ein kleines Radio. Kein Bad, keine Toilette, kein Telefon, aber alles sehr sauber und ordentlich. Ohne sie direkt danach gefragt zu haben, begann sie aus ihrem Leben zu erzählen.

Heirat nach dem Kriege, vier Kinder, Schwerstarbeit bis zu 16 Stunden pro Tag auf einer nahe gelegenen Kolchose, der Ehemann früh verstorben. Heute sei sie sehr krank, allein, die Kinder weit weg, einsam in diesem Dorf, das einst 84 Häuser zählte. Neben der bereits er-wähnten Nachbarin lebe noch eine dritte ältere Frau, ein Haus weiter, auch sie allein. Die Rente?

Wir rechneten um und kamen auf ca. 80 Euro im Monat - da seien die Hühner, ein Schwein und der Gemüsegarten überlebenswichtig. Einmal in der Woche, im Winter oft in größeren Abständen, ein Auto mit Lebensmitteln aus Opotschka, zugleich die einzige Verbindung zur Außenwelt.

Schuld seien Stalin und die Kommunisten, dass sie heute arm und krank sei. Die Kinder? Nun, die hatten keine Zukunft mehr hier, leben in Witebsk und St. Petersburg. Das Gespräch hatte mich sehr berührt, ich versprach auch ihr, wiederzukommen.

Ein paar Erinnerungsfotos, dann ging ich allein mit meinen Gedanken die Dorfstraße bis an deren Ende entlang. Deutlich waren die verwachsenen Spuren von verlassenen bzw. zerstörten Häusern zu sehen. Auf den wenigen noch erhaltenen Hütten nisteten Störche - Symbole für das Leben auf den Feldern des Todes. Ich hatte Spuren gesucht in diesem Dorf und verabschiedete mich mit der Gewißheit, sie gefunden zu haben.

Am nächsten Tag der schon erwähnte Besuch in dem kleinen Museum in Opotschka und eine eindrucksvolle Begegnung mit einem 80-jährigen Mann: beinamputiert, auf einem Auge blind - Fol,genseines Einsatzes als Partisan "im Kampf gegen die Deutschen". Meine gezielten Fragen schienen ihn zunächst zu verunsichern. Erst nachdem ihm mein Freund Sergej mehrmals versicherte, daß ich an der Wahrheit interessiert sei und seine Situation sehr gut verstünde, begann er zu erzählen. Er, Viktor, sei 15 Jahre alt gewesen, als die Deutschen sein Heimatdorf nahe OPOTSCHKA besetzten. Dies müsse Ende 1941 gewesen sein. Die Werkstatt seines Vaters, eine Schmiede, sei beschlagnahmt worden - sein Vater habe den deutschen Soldaten helfen müssen. Etwa zwei Jahre lang konnte er miterleben, daß die deutschen Soldaten sich nicht nur äußerst diszipliniert verhielten, sondern auch seine Familie z. B. häufig mit Lebensmitteln versorgten.

Mitte 1943 wurde er, 17 Jahre alt, von Partisanen geholt und im Kampf gegen die deutsche Wehrmacht eingesetzt - mit auf mich gewandtem Blick sagte er, mit sichtlicher innerer Bewegung, wie leid ihm das heute noch tue, aber er habe ja keine Wahl gehabt - es sei doch Krieg gewesen. Er habe teuer bezahlen müssen mit seinen schweren Verwundungen, die ihm fast das Leben kosteten. Keine Vorwürfe gegen die Deutschen - er habe sie als gute und disziplinierte Soldaten in Erinnerung. Er wünsche sich von ganzem Herzen, daß es niemals mehr Feindschaft und Krieg zwischen unseren Völkern geben möge - dies habe er auch später als Lehrer und Rektor seiner Schule seinen Schülern immer wieder ans Herz gelegt. Tränen standen ihm in den Augen, als er mich beim Abschied bat, seinen Wunsch mit nach Deutschland zu nehmen und für die Versöhnung zwischen unseren Völkern und für eine friedliche Zukunft für unsere Kinder zu kämpfen.

Es fiel mir leicht, ihm darauf mein Wort zu geben, traf er mit dieser Bitte zugleich meine Überzeugung, daß sich mit unserem Wunsche auch große Chancen für Deutschlands und Europas Zukunft verbinden. Ich versprach, wiederzukommen.

Zu Weihnachten 2006 erhielt ich einen rührenden Brief von Viktor - er erinnere sich mit Freude und Dankbarkeit an unsere Begegnung und ich solle nicht vergessen, worauf ich ihm mein Wort gegeben habe: Etwas beizutragen zur Versöhnung und zum Frieden zwischen unseren Völkern. Ja, er freue sich auch auf ein Wiedersehen und wolle mich dann auch seinen Kindern und Enkeln vorstellen.

Auf der Rückfahrt von OPOTSCHKA nach Minsk ein kurzer Besuch auf dem in Bau befindlichen deutschen Soldatenfriedhof in SEBESH; wo über 30.000 deutsche Soldaten eine würdige Ruhestätte finden werden. Die Einweihung soll im September 2007 stattfinden.

Es war eine für mich tief bewegende Reise, die ich mit "Spurensuche" überschrieben habe. Die Gewissheit, meinem Vater an dem Ort seines Todes nach 62 Jahren ganz nahe gewesen zu sein, hatte etwas Tröstliches, auch wenn ich nicht an seinem Grab stehen und trauern konnte.

Dennoch muß ich den Lesern wohl auch erklären, warum ich diesen "Reisebericht" ausgerechnet im Witikobrief veröffentliche. Ich tue das vor allem, weil für mich die gewonnenen Eindrücke ein weiterer Beweis dafür sind, daß es unsere (witikonische) Pflicht ist, die Ehre unserer Soldaten der Wehrmacht standhaft zu verteidigen: gegen den linken Zeitgeist, gegen schamlose Lügner und Verleumder, gegen Denunzianten und Geschichtsfälscher. Von de Gaulle stammt die Aussage, den Charakter eines Volkes erkenne man daran, wie es nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgehe - das soll an dieser Stelle unkommentiert bleiben. Einen kaum widerlegbaren Beweis, daß die Geschichtsschreibung der Sieger und ihrer willigen "Vollstrecker" korrigiert werden muß, liefert die Untersuchung des israelischen (I) Generalstabes, die ich dem Leser nachstehend zur Kenntnis bringe. Ich selbst habe eine weitere ganz persönliche Bestätigung dafür gefunden, daß ich meinem Vater ein ehrendes und dankbares Andenken zu bewahren habe und ihm für seinen Einsatz, den er im Glauben einer guten Sache zu dienen, für unser Vaterland erbracht hat, zu danken.

Bewertung der Armeen durch den israelischen Generalstab.

Der israelische Generalstab, der durch Aktionen wie Entebbe in der ganzen Welt Aufsehen erregte, hat der Ausbildung der israelischen Truppen sehr fundierte Studien über die Armeen zugrunde gelegt, die am I. und 11.Weltkrieg teilgenommen haben. Mehr als tausend Militärspezialisten sind zu der Frage der Qualität der verschiedenen Armeen eingehend befragt worden.

Hohe Offizierealler Nationen wie der verstorbene US-General MarshalI, der französische General Königund der britische MilitärschriftstellerLiddelI Hart wurden an dieser Umfrage beteiligt. Diese militärischenSachkenner haben sich zu den Fragen geäu ßert, welche Armee sie für die beste hielten, welche Soldaten am diszipliniertesten Zeugenaussagen.

1. Im Gegensatz zu dem, was man allgemein glaubt, ist die geschichtliche Darstellung der Tatsachen, auf welcher der Urteilsspruch des Nürnberger Gerichts beruht, nicht der Wahrheit entsprechend.

LordMaukey1950in" TrialsandErrors"

2.Ob wir in Afrika, in Italienoder in Frankreich auf die Deutsche Wehrmacht stießen, immer fandenwir in ihr einen anständigenGegner.Der deutsche Soldat hat unter Verhältnissenvon unvorstellbarerGrausamkeitseiner Gegner einaekämpft und welche die größte Initiative besessen hätten. Nach diesen Gesichtspunkten erarbeiteten die Israelis eine Rangliste. Aus ihr ergibt sich, welche Einheiten und Formationen aufgrund ihrer kriegerischen Leistungen und ihrer Kampferfahrungen an der Spitze lagen.

Als tapferste Soldaten beider Weltkriege wurden von den Israelis die Deutschen ermittelt. Es folgen die Franzosen für den I. und die Japaner für den 11.Weltkrieg. Die deutschen Streitkräfte wurden als die diszipliniertesten beider Krieae bezeichnet. Als Elite-Einheiten des 11.Weltkrieges wurden die US-Marines (Ledernacken), die britischen Kommandotruppen, die französische Fremdenlegion, die deutsche Waffen-SS und die sowjetische Arbeitermiliz hervorgehoben.

Die Bewertung nach Punkten, die eine Höchstzahl von 100 Punkten zuließ, hatte folgendes Ergebnis:

Im Ersten Weltkrieg

Die deutsche Armee - 86 Punkte

Die französische Armee - 65 Punkte

Die englische Armee - 59 Punkte

Die türkische Armee - 52 Punkte

Die amerikanische Armee - 49 Punkte

Die russische Armee - 45 Punkte

Im Zweiten Weltkrieg

Die deutschen Streitkräfte - 93 Punkte

Die japanische Armee - 86 Punkte

Die sowjetische Armee - 83 Punkte

Die finnische Armee - 79 Punkte

Die polnische Armee - 79 Punkte

Die britische Armee - 62 Punkte

Die amerikanische Armee - 55 Punkte

Die französische Armee - 39 Punkte

Die italienische Armee - 24 Punkte

Quelle: Wolfgang Hennig: Zeitgeschichte in Zitaten.

HöhepunktehistorischerDarstellung,Türmer-Verlag, Berg/StarnbergerSee3, o. J., S. 1231.- Berichtvom 10. Mai 1958 aus Tel Aviv. Steiner Felix, Die Armee der Geächteten,Plesse Verlag,Göttingen 1963, S. 209.

A.Zips

großes Maß an Zurückhaltung und Diszipolin an den Tag gelegt ...

Reginald Paget, britischer Jurist und Mitglied des Parlamentes, Verteidiger von Generalfeldmarschall von Manstein

1. Vor den deutschen Soldaten ziehe ich den Hut. Ich habe bei ANZIO und in der Normandie

2. gegen Euch gekämpft und kann nur sagen: Eure Soldaten waren erstklassig. Was Ihr Deutschen braucht, ist mehr Selbstachtung und Patriotismus.

Ihr seid ein großes Volk! Ihr habt das Recht dazu! Ihr habt in der Wehrmacht eine Armee gehabt, welche die Welt bewundert.

Vernon Walters, US Botschafter in Bann 26

WITIKO~BRIEF 3/2007